Die Kaffeemaschine wird weg reguliert!

KaffeeVerbot-150x150In einemwunderschönen Staatenbund hinter den sieben Bergen kam den Regierenden eine Idee. Die Idee kam ihnen wie im Schlaf, als hätten sie das Flüstern der Stimme eines Spirituosen-Lobbyisten vernommen. Kann gar nicht sein! Sowas gibt es nicht. Jedenfalls erwachten sie und ihr Denken kreiste nur noch um Kaffee und Kaffeemaschinen. Da haben doch vor ein paar Jahren einige Bürger unseres schönen Staatenbundes herausgefunden, dass man anstatt Alkohol auch Kaffee trinken kann. Ja, es ermöglicht unter Umständen sogar, komplett vom Alkohol-Konsum los zu kommen. Eine immer größer werdende Schar von Bürgern schaffte sich Kaffeemaschinen an und trank fürderhin Kaffee anstatt zu saufen. Der Umsatz-Einbruch bei der Spirituosen-Industrie war zwar noch nicht bedenklich, aber dennoch spürbar. Ganz klar, da muss etwas unternommen werden. Und das lässt sich doch ganz einfach mit dem Vorhaben verbinden, das ohnehin schon auf der Tagesordnung steht: Die Alkohol-Reglementierung. Dass übermäßiger Alkohol-Konsum die Gesundheit schädigt und sogar zum Tode führen kann, war ein offenes Geheimnis. Dafür hat ja schon die PEO (Planeten-Umerziehungs-Organisation) gesorgt, indem sie das Saufen öffentlich ins Abseits gestellt hat. Aber leider erreicht man damit nicht die Alkohol-Süchtigen, weshalb sämtliche Staaten aufgefordert wurden, dem Verfall durch Suff Einhalt zu gebieten. Drum muss ein Regelwerk her. Das verbietet dann die Werbung für Schnaps und co., zwingt die Abfüller, riesige Warnhinweise (mindestens 150% der der Etiketten-Fläche) und bunte Fotos von vollgekotzten Besoffenen in verschiedenen Lebenslagen auf den Flaschen unter zu bringen. Aber ansonsten hat es keine wirklich erheblichen Konsequenzen… ach ja fertige Mix-Getränke werden auch gleich untersagt. Aber bitte nicht mehr! Man will ja seine Freunde aus bestimmten Branchen nicht verärgern… und außerdem kostet ein neuer Pool hinter dem Haus viel Geld. Und all die hübschen Mädchen, die anlässlich von Treffen ins Hotelzimmer kommen, brauchen ja auch mal ein kleines Trinkgeld… und… und. Aber dieses Regelwerk wäre doch der perfekte Platz, um diese leidige Kaffee-Geschichte ein für alle mal in den Boden zu stampfen. Weil es viele Ex-Trinker gibt, die nun ausschließlich auf Kaffee umgestiegen sind, kann man den doch prima da mit hinein packen. Schließlich hat es ja entfernt was mit dem Suff zu tun. Und da drin ist es so versteckt, dass es keiner wirklich merkt, wenn man die Schraube für den Kaffee-Genuss so fest anzieht, dass das Kaffee-Trinken quasi zur Bedeutungslosigkeit verkommt.

 

Gesagt, getan… ein Plätzchen im Regelwerk war schnell gefunden, um den „Bohnen-Suff“, wie das Kaffeetrinken im Volksmund inzwischen genannt wurde, zu Tode zu regulieren. Also…

 

  1. Kaffeepulver darf nur noch in Tütchen zu maximal 3 Gramm verkauft werden. Außerdem muss es sich zumindest um teil-entkoffeinierten Kaffee handeln.
  2. Die Tütchen müssen so beschaffen sein, dass Kinder (die müssen wir ja auch schützen) nicht an den Inhalt gelangen können. Außerdem müssen die Tütchen unzerreißbar sein… jawoll!
  3. Kaffeetassen dürfen künftig nur noch bis zu einer Füllmenge von 10 cl verkauft werden. Außerdem darf der Kaffee nicht auslaufen, wenn man diese Tassen versehentlich umstößt.
  4. Auf den Tütchen muss drauf stehen, was drin ist (Kaffee) und dass übermäßiger Kaffee-Konsum zu erheblichen Schlafstörungen führen kann.
  5. Die Anbieter von Kaffee müssen wissenschaftlich belegen, bei welcher Menge Kaffeepulver, die man frisst, mit dem Ableben zu rechnen ist. Außerdem müssen sie Langzeitstudien über die gesundheitlichen Auswirkungen von Kaffee-Konsum bei bringen.
  6. Kaffee-Maschinen dürfen künftig nur noch so zu befüllen sein, dass nicht mehr als eine halbe 3-Gramm-Tüte in den Filter passt und dass ein Verschütten von Kaffeepulver ausgeschlossen ist. Weiterhin muss der Auffangbehälter absolut unzerbrechlich und auslaufsicher sein. Er muss ein kleckerfreies Befüllen der neuen kleinen Tassen sicher stellen. Die maximale Durchflussmenge bei Kaffeemaschinen darf 5 cl pro Stunde nicht überschreiten.
  7. Und schließlich darf niemand mehr öffentlich über Kaffee sprechen, geschweige denn vernehmbar behaupten, Kaffee sei gut, unschädlich oder zumindest weniger schädlich als Alkohol.

 

Das Regelwerk war aber so beschaffen, dass einige der bereits existierenden Kaffee- und Zubehör-Produzenten trotz allem auf den Zug aufspringen konnten und ihre Produktpalette mir nichts dir nichts regelkonform umstellen können. Schließlich zahlen die ja auch mal ein kleines Taschengeld an hübsche Mädchen oder kaufen für jemanden blaue Fliesen.

 

Aber was sollte denn dann aus den ganzen kleinen Kaffee-Bauern, den Kaffee-Läden und Online-Shops und den ganzen kleinen Tüftlern werden, die großartige Kaffeemaschinen erdacht und verkauft haben? Was wird mit den ganzen kleinen Töpfereien, die ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Kaffeetassen bestritten haben? Und vor allem, was soll aus den ganzen Ex-Säufern werden, die glücklich waren, mit dem Kaffee eine Alternative gefunden zu haben, die ihnen eine ganz neue Lebensqualität ermöglichte und verhinderte, dass sie sich irgendwann zu Tode saufen? Mit den winzigen Tässchen, der dünnen Plörre und den lahmen Maschinen wäre an weiteren Kaffeekonsum kaum noch zu denken. Müssen sie etwa wieder Schnaps kaufen und sich die Birne voll hauen? Es sieht so aus!

 

Alles Anlaufen gegen den Vorstoß der Machthaber unseres kleinen Staatenbundes half nichts. Die Suff-Produkte-Richtlinie trat wie geplant in kraft und beinhaltete auch den Passus über den Kaffee. Das war‘s! Schluss, aus, vorbei. Ihr könnt jetzt abschalten….. Ihr seid ja immer noch da… ich hab doch gesagt, Ihr könnt abschalten…
Na gut, dann überlegen wir uns einmal gemeinsam eine Lösung für die Kaffee-Junkies.

 

Fakt ist, dass ein Abweichen von der Regelung hoch offiziell nun illegal ist. Aber der Boden für einen Schwarzmarkt ist vorhanden, es müssen nur Vertriebswege gefunden werden. Und eine Möglichkeit der heimlichen Kommunikation, um gute Kaffeemaschinen, große Tassen und ebenso große Kaffee-Packungen an die Frau oder den Mann zu bringen. Sicher… es handelt sich formal um kriminelles Handeln… andere nennen es „zivilen Ungehorsam“ (ich z. B.).
Offizielle Läden fallen schon mal raus, ebenso der Vertrieb über das Internet. Aber ein Online-Handel wäre über sichere Netzwerke durchaus zu organisieren. Schon mal etwas vom Freenet gehört? Oder vom Thor-Netzwerk oder I2P (Liste nicht abschließend)? Nun da ließe sich etwas machen. Und weil mir dieses Kaffee-Märchen schon seit längerer Zeit durch den Kopf spukt, habe ich mich mit diesen Netzwerk-Alternativen einmal befasst. Ich stehe derzeit auf dem Standpunkt, dass es sich sinnvoll nur mit dem Freenet arbeiten lässt. Es ist kinderleicht zu installieren und erlaubt, wenn man es korrekt benutzt, eine Kommunikation (ähnlich der im Internet), die von Außerhalb nicht nachvollziehbar oder einsehbar ist. Allerdings ist das eine zweischneidige Sache. Man darf nur mit Scheuklappen durchs Freenet stapfen. Da treiben sich nämlich auch die wirklich miesen Figuren rum, über deren Aktivitäten ich hier kein Wort verlieren möchte. Aber was soll man machen? Seinen Kaffee, die Tassen und Maschinen beim örtlichen Dealer in der Bahnhofsvorhalle kaufen? Wenn man das macht, ist man ja auch von den Leuten umgeben, die eventuell richtig kriminell sind und nicht wie wir Kaffee-Genießer per Richtlinie in die Kriminalität gedrängt wurden.

 

Wie funktioniert denn nun diese Freenet-Geschichte? Aber bitte nicht zu kompliziert! Nun… falls es eines Tages zu einem quasi Kaffee-Verbot kommen, gegen das alles Anlaufen nicht half (ich glaube immer noch daran, dass man es verhindern kann), dann würde ich mich – bei Interesse – bereit erklären, einen Artikel „Freenet für Dummies“ zu verfassen, mit dessen Hilfe so ziemlich jeder in der Lage wäre, sich in diese Unterwelt zu begeben. Den Artikel könnte man dann vielleicht im KaffeeMagazin nachlesen… und/oder hier im Blog… mal schauen. Hat ja nix mit Kaffee zu tun, sondern nur mit Software.

 

Mancher mag denken: Was malt der denn so schwarz. Wenn ich mir diese Suff-Produkte-Richtlinie – insbesondere den Teil über Kaffee – anschaue, dann sind da so viele Fehler drin, da verspräche eine gerichtliche Überprüfung durchaus, dass es wieder gekippt wird.
Stimmt grundsätzlich! Aber solange die gerichtliche Überprüfung andauert (das kann seeeeehr lange dauern, wie wir alle wissen), ist es durchaus möglich, dass der Kaffee-Genuss, wie wir ihn heute kennen, nicht mehr möglich ist. Die Zeit reicht dann allemal, die ganzen kleinen Kaffeemaschinen- und Tassen-Hersteller vom Erdboden zu tilgen und eventuell ein Zerbrechen der Kaffee-Community zu bewirken. Denn die ganzen Foren, Gruppen, Video-Kanäle lägen während dieser Zeit eventuell auch brach. Also macht es Sinn, sich über diesen worst case einmal Gedanken zu machen und Alternativen vorzubereiten, auch wenn ich hier noch einmal betonen möchte, dass die ganze Geschichte hier ein Märchen ist und es wohl nie zu einer Kaffee-Prohibition kommen wird. Selbst der Staatenbund, in dem sich das ganze abgespielt hat, entspringt ja nur meiner Fantasie. Lediglich das Angebot, Infos über die alternativen Kommunikationswege leicht verständlich nieder zu schreiben, ist echt. Man weiß ja nie, was noch so kommt…

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