Und wie komme ich jetzt an meinen Kaffee?

kaffeeputt

 

Ihr erinnert Euch noch? Vor längerer Zeit habe ich über die geplante Kaffee- und Kaffeemaschinenregulierung in dem Staatenbund hinter den sieben Bergen berichtet (Die Kaffeemaschine wird weg reguliert! [1]).

Na und nun ist es soweit, die SPR (Suff-Produkte-Richtlinie) ist eine Weile erlassen und auch die ersten Staaten (Kalaukistan und Umpulumpistan) haben sie schon umgesetzt… der eine lockerer, der andere restriktiver. Und nun sieht es so aus, dass auch hier in Lampukistan, wo ich hucke, die Umsetzung der SPR ansteht. Und der Klobürstenminister (das Ministerium Für Klobürsten und WC-Enten ist mit der Umsetzung beauftragt worden… logisch, wenn man bedenkt, dass viele nach dem Saufen vor der Kloschüssel hocken und nach Jööörg! rufen) scheint ein echter Kaffee-Gegner zu sein, dem die vorgeschlagenen Regelungen gar nicht weit genug gehen. Aber er hat ja die Macht, da lässt sich sicher die Daumenschraube deutlich straffer anziehen, als es minimal in der SPR vorgesehen ist.

Nun sind vorab schon Informationen aus dem anstehenden Suffundverwandteproduktegesetz (SvPG) durchgesickert… auch solche, die uns Kaffeetrinker anbelangt. So ist vorgesehen, die Verpackungsgröße für Kaffeepulver nicht wie vorgesehen auf drei Gramm zu beschränken, sondern sogar auf ein Gramm… und gleichzeitig einen Anteil von mindestens 75 % entkoffeinierten Kaffee vorzuschreiben. Die Kunststoffbeutel für das Pulver, die zu 227.326 % mit Warnhinweisen und abschreckenden Bildern bedruckt sein müssen, dürfen sich nur mit einer ganz speziellen – nicht durch Kinderhände bedienbaren – Schere öffnen lassen. Die Tassengröße wird auf 7.5 cl begrenzt. Das Fassungsvermögen der Kaffeemaschinen wird auf 0.75 Gramm begrenzt und die Durchflussmenge auf 2.5 cl pro Stunde.
Werbung für Kaffee wird überall und komplett untersagt und es wird eine Spezialeinheit beim LND (=Lampukischer Nachrichtendienst, der eng mit NSA und CIA zusammenarbeitet und auch deren Ressourcen nutzt) gebildet, die sämtliche eventuellen illegalen Handelstätigkeiten durch flächendeckende Kommunikationsüberwachung aufspürt und die Verbrecher ihrer gerechten Strafe zuführt (als mögliches Strafmaß ist u. a. vorgesehen, dass man für zwei Jahre gemeinsam mit einer gewissen „Monika“ Pötschke-Langer in einen Raum gesperrt wird… weiß jemand, wer das ist… kann das wirklich eine Strafe sein… ich kenn’ die nicht… helft mir doch auf die Sprünge bitte…).

Es kommen also extrem harte Zeiten auf und Kaffeetrinker in Lampukistan zu.

sackViele Kaffeeliebhaber haben schon vor einiger Zeit begonnen, zu bunkern. Ihre Keller sind vollgestopft mit vakuumverschweißten Kaffeesäcken, in den Regalen stapeln sich einfache aber nahezu unkaputtbare italienische Espresso-Kocher für die Herdplatte, normale Kaffeemaschinen und auch Vollautomaten. Rollen Filterpapier, sorgfältig mit Planen abgedeckt, lehnen an den Wänden. Man erkennt Haushalte, in denen gebunkert wird, an übervollen Mülleimern, aus denen unangebrochene Einmachgläser und viele alte Familienfotos fallen… der Keller wird nun für andere Dinge gebraucht.
Die Vollautomaten halten sicher nicht ewig, aber wer geschickt mit dem Lötkolben ist, kann eine Zeit lang da was machen. Solange kein Chip den Arsch hochreißt, lassen sich viele Ersatzteile online bei Zonrad bestellen. Und wenn der Automat elektronisch endgültig verreckt ist, dann kann die defekte Maschine immer noch als Ersatzteillager fungieren.

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Aber was wird mit den ganzen Suffköppen, die auf die wesentlich weniger schädliche Alternative des Kaffeetrinkens umsteigen wollen? Die haben doch kaum eine Chance, an vernünftige „Hard- und Software“ zu kommen. Oder wenn man einfach mal eine neue ordentliche Maschine haben möchte oder der letzte Herdplatten-Espresso-Kocher vom Lochfraß dahingerafft wurde?

Nun, das ist der Punkt, an dem wir Kaffeejunkies in die Illegalität getrieben werden. Wir werden einen Schwarzmarkt aufziehen müssen. Auch die Hersteller der guten Maschinen sind in ihrer Existenz bedroht… und das sogar schon vom Zeitpunkt des Erlasses an. Da kann man nur hoffen, dass Arturo (der Hersteller besagter Herdplatten-Maschinen) aber auch Pfloh (der die hochmodernen Vollautomaten baut) und viele andere da auch von Anfang an mitmachen und die Chance erkennen, dass sich damit Schwarzgeld verdienen lässt (hat den Vorteil der Steuerfreiheit). Bliebe nur das Problem, wie man passende Strukturen aufbaut. Das freie Internet fällt da mal flach. Der LND und auch NSA und CIA sehen ALLES! Da muss eine Lösung her. Oder wenn ich zum Beispiel tolle Maschinen und Kaffeebohnen bei Wastäsch in China ordere und in das ganz nahe gelegene, aber nicht zum Staatenbund gehörige Sabrasien schicken lasse, um es dann über die Grenze zu holen… wie kann ich dann eine Sammelbestellung organisieren und die Sachen verteilen, ohne Gefahr zu laufen, für zwei Jahre mit einer mir unbekannten Person mit Doppelnamen eingesperrt zu werden?

In meinem ersten Bericht über die drohende Kaffee-Prohibition habe ich ja schon darüber philosophiert, dass man das Darknet nutzen müsste. Zu der Zeit dachte ich, Freenet sei eine nutzbare Alternative, wobei mir die dort vorhandene wirklich(!) kriminelle und abartige Nachbarschaft Magenschmerzen bereitete. Selbst mit Scheuklappen wäre das kaum zu ertragen. Aber ich bin nun auf ein durchaus nutzbares Instrument gestoßen, bestehende Kontakte unter Einbeziehung von kleinen Moddern zu pflegen und ein entsprechendes Schmuggel-Netzwerk aufzubauen. Sicher… das ist eine Sache, die nicht explosionsartig wachsen kann, wie das Fratzenbuch und dessen Freunde… es ist ein ganz besonderes Gewicht auf Vertrauen zu legen. Jedenfalls würde sich dafür RetroShare [2] anbieten. Das ist ein quelloffenes Programm, das eine private und sichere, dezentralisierte Kommunikation ermöglicht.
Man kann Nachrichten verschicken, Dateien teilen… es gibt Foren, Chats und andere Nachrichtenkanäle und es ist sogar VoIP möglich. Das alles ist überdies komplett verschlüsselt und läuft nicht über fremde Server. Man steht nur mit denen in Kontakt, mit denen man auch in Kontakt stehen möchte und die Kommunikation ist kaum entschlüssel- und abhörbar.
Das Programm hat eine eigene, moderne (manche meinen unübersichtliche… finde ich gar nicht) Benutzeroberfläche und funktioniert sehr gut. Installation und erste Einrichtung (Erzeugen einer Identität) ist sehr trivial… man muss nur bei den Netzwerkeinstellungen unter Umständen ein wenig „zaubern“, was nicht ganz so simpel ist. Hat man sich an Bedienung und Nutzung gewöhnt (echt nicht schlimm), dann wird man es bald genau so locker nutzen, wie den Webbrowser und das Mail-Programm. Für diese Lösung werde ich nun hier auch endlich die versprochene Anleitung anbieten, in der ich auch besonders auf die Bedienung und die Beseitigung von Konfigurationsproblemen eingehe… ich hoffe, damit wird jeder in der Lage sein, es einzurichten und zu nutzen. Was bleibt Euch auch groß übrig, wenn Ihr weiter Kaffee trinken möchtet? Und überdies könnte es ja in anderen Ländern vergleichbare Regulierungen in anderen Bereichen geben, wo man es auch nutzen kann.

In den nächsten Tagen mache ich mal die Anleitung fertig. Vielleicht kippen die Gerichte ja auch das Suffundverwandteproduktegesetz… aber für die Zeit (sowas kann ja dauern) können wir so die Durststrecke überwinden. Auch im KAFFEEmagazin werdet Ihr in nächster Zeit ein wenig zu eben diesem Thema (neue Vernetzung) lesen. ICH lasse mir das Kaffetrinken nicht verbieten!


[1]: https://dampfdruck-presse.hu/die-kaffeemaschine-wird-weg-reguliert/

[2]: http://retroshare.sourceforge.net/index_de.html

0 Replies to “Und wie komme ich jetzt an meinen Kaffee?”

  1. dass viele nach dem Saufen vor der Kloschüssel hocken und nach Jööörg! rufen) scheint ein echter Kaffee-Gegner zu sein, dem die vorgeschlagenen Regelungen gar nicht weit genug gehen.

    wie, was, bin ich schon wieder schuld ? 😉

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