Versuchte Einflussnahme auf die Presse in Lampukistan

kaffeekäfig

Die Dampfdruck-Presse berichtete ja schon vor über einem Jahr über den Staatenbund hinter den sieben Bergen und die dort geplante restriktive Regulierung des Kaffeegenusses (Die Kaffeemaschine wird weg reguliert). Nun steht die Umsetzung der in dem Staatenbund beschlossenen SPR (Suff-Produkte-Richtlinie), in die auch der Kaffeegenuss reguliert wird, in Lampukistan kurz vor der nationalen Umsetzung (Und wie komme ich jetzt an meinen Kaffee?). Man sollte also meinen, dass dort nun die Kräfte der Kaffeeliebhaber gebündelt würden und jeder, der gerne Kaffee trinkt auch für sein Recht auf freien und ungeregelten Kaffeekonsum eintritt. Es ist ja beinahe schon zu spät, den Kampf gegen die Überregulierung so richtig anzugehen. In der Vergangenheit hatte das KAFFEEmagazin (das auch im ersten Bericht erwähnt wurde) bzw. einige der dort tätigen Redakteure verschiedene Kaffee-Aktionen auf die Beine gestellt. Einige der Projekte waren nicht unumstritten, jedoch fanden sie trotzdem die Anerkennung und Akzeptanz des Großteils der Kaffee-Community und es fand rege Beteiligung statt. Nun haben wiederum einige Kaffeeliebhaber eine neue Initiative aus eigener Kraft aus dem Boden gestampft und mussten – wie so oft – gegen Widerstände aus der Szene kämpfen, die Sache läuft aber gut an. Zweck ist es, diejenigen über das Kaffeetrinken aufzuklären, die es noch nicht ausprobiert haben, jedoch im Vorfeld von der staatlich gesteuerten Presse manipulativ gegen das Kaffeetrinken eingenommen wurden.

Schon seit Jahren gibt es in Lampukistan einen Verbraucherverein, die Interessenvertretung Kaffeegenuss e.V. (IV-KG). Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, für die Freiheit des Kaffeetrinkens einzutreten und sich für die Interessen der Kaffeetrinker bei Politik, Presse, Wissenschaft und in der Öffentlichkeit einzusetzen. Man müsste eigentlich denken, dass jeder Kaffeetrinker dort auch Mitglied sein müsste um den Verein zumindest über den recht geringen Jahresbeitrag finanziell zu unterstützen. Aber – woran auch immer es liegen mag – die Mitgliederzahlen liegen nicht einmal bei 0.01 % der geschätzten Zahl von Kaffeegenießern in Lampukistan.

Weil die Redakteure des KAFFEEmagazins der Meinung waren, die Arbeit der IV-KG sei aber notwendig, zumal es keinen anderen Verein dieser Art gibt, sind einige des Magazin-Teams dem Verein beigetreten und haben diesen bei seinen Aktivitäten unterstützt. Es wurden kostenlose Anzeigen zur Mitgliederwerbung veröffentlicht und es wurde dem Verein eine Bühne für Veröffentlichungen im Rahmen von teilweise sogar größeren Artikeln geboten und der Verein bei Erstellung und Layout unterstützt. Damit hatte der Verein ein Sprachrohr und eine Werbeplattform, was sich sogar in – zwar immer noch geringen – Mitgliederzuwächsen bemerkbar gemacht und ausgezahlt hat. Außerdem wurde die IV-KG durch diese Veröffentlichung einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Da KAFFEEmagazin profitierte letztlich ausschließlich durch die Tatsache, dass die Macher das gute Gefühl hatten, durch diese Hilfe noch ein wenig mehr den „Kampf für den freien Kaffeetrank“ zu unterstützen.

Ganz wenige der ohnehin wenigen Mitglieder hielten dem KAFFEEmagazin immer wieder eine vermeintliche „Nähe“ zum Handel vor, weil das Magazin, das ansonsten rein ehrenamtlich erstellt und betrieben wird, Werbeanzeigen abdruckt, um darüber die entstehenden Unkosten für das Magazin abzudecken und ab und an mal Aktionen für die Kaffeetrinker zu starten (Gewinnspiele, Präsenz auf der Kaffeemesse etc.). Auch Aktionen aus der Vergangenheit, an denen teilweise Mitarbeiter des KAFFEEmagazins beteiligt waren, wurden als Beispiele dafür angebracht, dass das Magazin an sich und in seiner Gesamtheit nicht vertrauenswürdig und rein gewinnorientiert sei und es für den Verein wohl besser wäre, sich davon zu distanzieren und die Zusammenarbeit zu beenden, damit der gute Ruf der IV-KG nicht leidet. Das überraschte natürlich die Redakteure, die dort Mitglieder sind bzw. waren, denn es gab in der Vergangenheit ja keinerlei negative Auswirkungen oder Rufschädigungen dadurch, dass der Verein das Magazin für seine Zwecke nutzen konnte. Leider konnte sich der Vorstand nicht dazu durchringen, gegen diese Ansichten Stellung innerhalb des Vereins zu beziehen und ein entsprechendes Statement abzugeben, so dass die Redakteure, die Mitglieder sind bzw. waren und auch das gesamte Team des KAFFEEmagazins davon ausgehen mussten, dass auch die Vereinsführung diese Meinung vertritt. Weil nun die Macher des KAFFEEmagazins einerseits selbst so einiges an Arbeit in die Gefälligkeiten für die IV-KG gesteckt haben und das Gefühl bekamen, diese Arbeit werde nicht einmal anerkannt und andererseits, weil die Redakteure selbstverständlich auch nicht Schuld sein wollen, wenn der bis dahin völlig saubere Ruf der IV-KG durch die Zusammenarbeit leidet, wurde diese ausgesetzt.

Bis zu diesem Punkt wäre die Geschichte eigentlich gar nicht erwähnenswert und wahrscheinlich hätte kaum jemand außerhalb Lampukistans etwas davon mitbekommen. Das sind Dinge, wie sie sich in Gemeinschaften verschiedenster Art immer wieder abspielen. Weshalb denn nun dieser Artikel?
Nun, die Geschichte ist noch nicht am Ende angelangt.

Die erwähnte letzte Aktion für den „Kampf für freien Kaffeetrank“, bei der die Nicht-Kaffeetrinker erreicht werden sollen, fand wohl doch Anklang… sowohl bei den Gegnern des KAFFEEmagazins im Verein, als auch bei der Vereinsführung. Die Idee hätten sie selbst gerne gehabt und vor allem ist ersichtlich, dass die Aktion – für Kaffeetrinker-Verhältnisse – recht flott anläuft und in der Kaffee-Community auch gut ankommt. Die IV-KG dachte sich nun, vielleicht ließe sich die Aktion ja übernehmen. Dann bestünde auch nicht die Gefahr, dass die Aktion in schlechtes Licht gerät, was ja ob der Zwielichtigkeit der Reaktionsmitglieder, die dort beteiligt sind, durchaus drohen könnte.

Also tagte der Vorstand und kam zu einem (in ihren Augen salomonischen) Entschluss. Sie machten also per eMail dem KAFFEEmagazin ein Angebot, dass die Redaktion ja eigentlich nicht ablehnen könnte. Diese Aktion und künftige Aktionen, die ihren Ursprung beim KAFFEEmagazin oder dem befreundeten und anhängenden Forum KAFFEEkanne haben, könnten doch quasi von der IV-KG ausgeführt werden. Damit könnten diese nie in den Dunstkreis der Abhängigkeit der Wirtschaft geraten, die dem Magazin in dieser Mail abermals attestiert wurde. Es solle dann heißen (Zitat):

„Initiiert vom Team des Kaffeemagazins (oder der Kaffeekanne) , ausgeführt und überwacht von der IV-KG“

Diesen Satz jetzt bitte auf die Zungenspitze legen und langsam zergehen lassen. Wird sicherlich nicht jedem gut schmecken, weil „ausgeführt und überwacht“ schon ein Geschmack ist, der wirklich nicht jedem liegt.

Was aus der Sache wird? Nun, ich werde vielleicht weiter berichten… oder nicht. Ich persönlich kann mir kaum vorstellen, dass sich das KAFFEEmagazin beeinflussen oder kontrollieren lassen möchte. Das würde ja auch bedeuten, dass jeder Redakteur, wenn er ein Projekt auch unabhängig vom Magazin starten möchte, erst einmal in der Redaktion anfragen müsste, dieses Anliegen dann an den Verein übermittelt werden müsste und im Falle einer Zustimmung die IV-KG das dann selbst „ausführen und überwachen“ würde.
Das wird wohl so nicht geschehen, weil das Magazin und seine Redakteure innerhalb sowie außerhalb des Magazins großen Wert auf ihre Unabhängigkeit legen… sowohl von Wirtschaft als auch von irgend welchen Organisationen.

Ist schon erschreckend, was in Lampukistan so los ist. Gott sei Dank wäre sowas in unserer Dampfer-Szene kaum vorstellbar!

Noch besser ist allerdings, dass das ganze wieder ein „Märchen“ ist… denn gockelt mal nach Lampukistan… das gibt es doch gar nicht in Wirklichkeit…  😀 

 


Die Handlung und die handelnden Personen dieser Geschichte sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit toten oder lebenden Personen oder Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ist nicht beabsichtigt und wäre rein zufällig.


 

0 Replies to “Versuchte Einflussnahme auf die Presse in Lampukistan”

  1. Getrennt erarbeiten – gemeinsam zuschlagen? Aber nein, das trieft jetzt vor Zynismus. In jedem Milieu wird es Predatoren geben, die mit den Individuen der restlichen Population im Streit um die eigene Existenz liegt – unabhängig vom Erfolg dieser Predatoren. Gemeinsamkeiten bleiben da lediglich zweckdienlich. Belassen wir es doch besser bei einer gesunden Diversität, auch wenn diese im vorliegenden Fall auch lediglich rein theoretisch wäre.

    1. Herr Laschez

      Wenn Sie eine Ahnung haben, was abseits der Öffentlichkeit abgeht, dann ist Ihr Kommentar schlicht und einfach eine Frechheit.
      Wenn Sie keine Ahnung haben, dann sollten Sie zuerst hinterfragen.

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