Verraten und verkauft?!

verkauft

An alle, die das schon wieder vergessen haben: Die Richtlinie 2014/40/EU, im „Volksmund“ TPD2 genannt, wurde vor längerer Zeit verabschiedet und die nationalen Umsetzungen sind in den meisten EU-Mitgliedsstaaten schon in trockenen Tüchern.
Es dauert also nicht mehr lange, bis der vorläufig letzte Vorhang fällt.
„Was tun?“, sprach Zeus…
Nun, es wird sicher etwas getan. Schließlich gibt es ja Interessensgemeinschaften und Verbände, die sich für die Belange der Dampfer (Konsumenten) und Dampf-Händler einsetzen und sicherlich dafür sorgen, dass alles gut wird.

Weshalb nur merkt man davon irgendwie nichts? Es gibt doch den VdEH, das BfTG und die IG-ED… also allein drei Organisationen in Deutschland… da müsste man doch mal mehr mitbekommen, was denn nun geplant ist, was von dort an Initiativen zu erwarten ist, bzw. welche Initiativen diese stützen wollen. Aber… Pustekuchen!
Als engagierter Dampfer steht man unseren Gegnern aus Politik, von Big-T und Big-P, sowie dubiosen „Wissenschaftlern“ gegenüber, reckt die Faust zum Himmel und ruft: „Seht nur, wir lassen uns das alles nicht gefallen!“
Dann dreht man sich um, weil man ein zustimmendes Nicken der genannten Organisationen ernten möchte und sieht…… nichts. Man steht plötzlich alleine da.
Also dreht man sich wieder um und hat folgendes Bild vor Augen:
Die Herrschaften des einen Verbandes sitzen mit Big-T an Biertischen und trinken lachend erstmal ne Molle, die paar Figuren des anderen Verbandes stehen bei den Politikern und flüstern ununterbrochen etwas in deren Ohren, während diese sich die Hände reiben und dann gibt es da noch einen kleinen Trupp – vermutlich von der dritten „Organisation“ – der schon ein ganzes Stück orientierungs- und ziellos von der Versammlung wegtaumelt und deren Angehörige sich dabei ständig anerkennend auf die Schulter klopfen.
Na schöne Scheiße… da fühlt man sich dann doch eher verraten und verkauft.

Die einen sind eigentlich sehr zufrieden mit den kommenden Regelungen, weil sie ihren persönlichen Geschäftsinteressen dienen. Denen geht es nicht darum, was aus den Konsumenten, den Dampfern letztlich wird… oder was auch „Noch-Rauchern“ wird, die durch die regulierten Geräte und Plörren kaum mehr wirklich von den Kippen wegkommen werden. Was geht sie das Elend anderer an? Hauptsache, die Kasse klingelt… der Verkauf der Seele mag nicht schön sein, doch die Übergabe erfolgt ja eh erst, wenn man abtritt… das ist noch lange hin. Um nicht nur als verlässlicher Partner von Big-T dazustehen, sondern auch um in den Augen der Politiker „seriös“ dazustehen, hat man sich (und die geschanghaiten Mitglieder) eh zu strengen Selbstbeschränkungen ohne sinnvolle Grundlage verpflichtet und auch gleich mal eine eigene „Gerichtsbarkeit“ etabliert („Überprüfung der Händler auf Zuverlässigkeit“).
Von ihrem Oberchef hört man ab und an mal irgendwas, meist aber ohne das Gefühl zu haben, da spreche jemand, der auch die Interessen der Dampfer irgendwo – und sei es nur ein winziges Fitzelchen – unterstützt. Da wird sich eher im eigenen (vorhandenen?) zweifelhaften „Ruhm“ gesonnt und mal was bedeutungsschwangeres gesagt, das – bei Licht betrachtet – doch eher nach einem Dolchstoß aussieht.

Die anderen sind neu. Neue Besen kehren gut, heißt es. Wo ist nur die Staubwolke? Das bisserl Dreck, was von dem neuen Besen aufgewirbelt wurde, hat sich schon lange wieder gesetzt. Auch dieser Verband hat sich eigene Auflagen gegeben, die gar nicht so weit von denen des anderen Verbandes entfernt sind… es fehlt nur die Selbstverpflichtung zum Anscheißen von Konkurrenten… aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ich selbst bin auf den Verband erst aufmerksam geworden, als mir über Umwege und durch Dritte angetragen wurde, dass etliche Dampfer-Aktionen (an welchen ich auch teilweise beteiligt war) wohl ihren Interessen schaden würden, weil sich z. B. Politiker von Mails der Dampfer belästigt fühlen würden (der Wähler soll gefälligst unsichtbar sei und schweigen, solange er nicht an die Wahlurne geht, sondern nur mit seinen Steuergeldern die Gehälter bezahlt) und das wohl auf eben diesen Verband zurückfallen würde (Huch!). Auf meine Nachfrage hin wurde mir mitgeteilt, dass man eher im Stillen und Verborgenen arbeiten würde, „Lobbyisten-Seminare“ besuche und sich auf „Hinterzimmer-Einflussnahme“ verlegt habe. Welcher Art diese Einflussnahme ist, könne selbstverständlich nicht öffentlich gemacht werden.
Huiiii… das klingt aber nicht unbedingt danach, dass man diesem Verein bedingungsloses Vertrauen schenken könne. Erstens ist das so ein kleines Häppchen, dass ich ohnehin nicht an eine wirkliche Einflussnahme hoffe … und außerdem… „Wer flüstert, der lügt!“
Fühlt sich ja beinahe schon ein wenig wie die TTIP-Verhandlungen an… es betrifft und alle, aber die „Alle“ dürfen davon nichts erfahren, bevor es zu spät ist.

Dann bliebe als Hoffnungsträger nur noch der orientierungslos herumlaufende Haufen Schulterklopfer. Da hört man auch nicht so viel. In der jüngeren Vergangenheit hat sich die Organisation dadurch hervorgetan, dass einige vorhandene Ideen aufgegriffen und als eigene bahnbrechende Aktionen verkauft wurden. Eigentlich ist dort vom personellen Potential durchaus genug vorhanden, um wirklich starke Aktionen gerade auch für uns Dampfer zu stemmen, nur bleibt dafür kaum Energie übrig, weil man viel zu sehr mit internen Strampeleien, Streitereien und Schmoren im eigenen Saft beschäftigt ist. Das, was dann an Kraft übrig bleibt, wird gerne auch noch dafür aufgewendet, Aktionen anderer Dampfer, die nicht zum erlauchten Kreis gehören oder in Ungnade gefallen sind, schlecht zu reden und teilweise durch Propaganda tatsächlich zu bekämpfen. Dabei bedient man sich dann der Tricks, wie sie von MaPöLa und Co. schon lange vorgelebt werden.
Für wirklich knackige Aktivitäten bleibt dann halt kaum noch Energie übrig, weshalb da auch irgendwie nix kommt.
Trotzdem war gerade in den letzten Tagen immer wieder zu lesen und zu hören, dass sie ja ALLE Dampfer im deutschsprachigen Raum vertreten würden. Sehr viele sind über diese abgehobene Aussage gestolpert… echt viele… es fehlt an einer theoretischen und auch an einer faktischen Legitimation. Ich sage auch:

Ich lasse mich nicht treten! Und ich lasse mich nicht ungefragt ver-treten!

Weil man aber ansonsten wohl eher in Bedeutungslosigkeit versinkt und man kaum noch etwas vermelden kann, muss man sich anders ins Licht der Öffentlichkeit bringen. Anders kann ich mir nicht erklären, wie der Chef dieser Organisation auf die Idee kommen kann, sich gegenüber einer Zeitung aufgrund eines einzelnen Vorfalls kritisch über die technische Entwicklung im Bereich des Dampfens zu äußern und ein aktionistisches Verkaufsverbot seitens der Behörden für ein bestimmte Gerät auch noch zu „begrüßen“. Mir ist kein Verbandssprecher oder -chef bekannt, der wegen eines „geplofften“ Smarty-Akkus indirekt über den technischen Fortschritt beklagt und ein Verkaufsverbot befürwortet… und das, obwohl solche Vorfälle deutlich häufiger vorkommen (aber von der Presse meist als nicht meldewürdig erachtet werden), als „explodierende“ Dampfen (Wobei ich ohnehin Zweifel am Wahrheitsgehalt des verbreiteten „Lebenssachverhalt“ habe… hochgegangen… ok., das passiert schon mal… aber beim ersten Klick… war da TNT drin?). Aber gut, so konnte man mal was „bedeutungsvolles“ blubbern und war in der Zeitung. Bin beeindruckt!

Dieser Status ängstigt mich allerdings, denn im Augenblick ist nicht ersichtlich, wer letztlich für unsere Rechte eintreten wird. Falls man sich auf die drei Organisationen verlässt ist man jedenfalls verraten und verkauft… zumindest beim derzeitigen Stand der Dinge.

Ich hoffe sehr, dass spätestens nach Inkrafttreten des Gesetzes offenkundig wird, wer sich auch vor Gericht einsetzt. Ich werde dann, wenn ich jemanden erkenne, der den in meinen Augen richtigen Weg geht, alles zu dessen Unterstützung tun. Es muss nur jemand sein, der wirklich versucht, eine Regulierung auf das wirklich absolut notwendige Maß zu erreichen.

Wenn ich immer wieder mal lese, dass es ja durchaus sinnvoll ist, dass es Regulierungen gibt und dass damit die schwarzen Schafe aus dem Markt ausgeschlossen werden… dass es ja auch sinnvoll ist, um Gefahren für den Konsumenten auszuschließen (nicht zu verringern… man will ausschließen… eine absolute Sicherheit will man…), dann stellen sich mir die Nackenhaare auf.

Nehmen wir als Beispiel mal Messer… ich habe z. B. mehr als ein Dutzend dieser Teile in meiner Küche und jedes einzelne ist – bei unsachgemäßer Handhabung oder gar schlicht durch Schicksal in Form eines Unfalls – geeignet, mich schwer zu verletzen oder gar umzubringen. Nimmt man nun die Logik, die bei den Dampfgeräten um sich greift, als Maßstab, so wäre es absolut dringend erforderlich, Messer streng zu regulieren. Was wäre denkbar? Nun, an der Klingenlänge lässt sich echt nicht herumschrauben, denn selbst eine 1 cm lange scharfe Klinge ermöglicht es, z. B. die Halsschlagader zu durchtrennen. Also bleibt nur, Messer generell nur noch stumpf zuzulassen. Allerdings würde mich das vor Probleme stellen, weil ich keinen ausreichend großen Topf besitze, um eine ganze Kuh für mein Pörkölt da hineinzuwerfen. Ist ne schwachsinnige Idee, oder? Es wird auch nicht ein klein wenig reguliert, weil die Handhabung einfach mal in der Verantwortung des Benutzers liegt und man Missbrauch bei nichts ausschließen kann. Es gibt keine absolute Sicherheit und Gewissheit. Dann gibt es auch noch Messer aus Ein-Euro-Shops aus miesem Material, die schon mal beim Säbeln abbrechen können. Auch dabei kann man sich ordentlich verletzen (vergleiche explodierende Akkus aus Chinopsien). Solche Teile (also genau die gefährlichen und unzuverlässigen Einzelprodukte) werden dann vom Markt verbannt, wenn es zu solchen Unfällen gekommen ist. Ärgerlich für den oder die Betroffenen, denen das Ding geknackt ist und denen nun der Finger fehlt, aber so funktioniert das. Niemand wird fordern, dass Messer so reguliert werden, dass jegliche Schädigung ausgeschlossen ist.

Wieso also muss beim Dampfen alles so großartig reguliert werden? Weshalb soll jegliche Selbstverantwortung durch gesetzliche Regelungen ersetzt werden? Vielleicht mag es noch angehen, Obergrenzen für gewisse Stoffe in Liquids festzulegen, aber die Stoffe selbst… insbesondere als Zusatz… müssen nicht unbedingt generell verboten werden, solange sie nicht hoch toxisch oder gar umweltgefährdend sind. Umbringen kann man sich in der Küche auch ohne scharfe Messer… wer das ausprobieren möchte, kann sich ja mal eine Hühnersuppe auf den Teller schöpfen und das ein halbes Pfund Kochsalz einrühren. Das Tellerchen schnelle aufgelöffelt… und schon kann man den verwendeten Löffel rasch abgeben. Das Leben ist lebensgefährlich… trotzdem ist die Menschheit noch nicht ausgestorben. Vorhandene gesetzliche Sicherheitsstandards und Standards im Lebensmittelbereich gibt es, die entsprechend auch auf das Dampfen ausgedehnt oder angepasst werden können. Meiner Meinung nach, gibt es keinen wirklichen Grund für eine explizite Regulierung des Dampfens. Jedenfalls nicht, solange man noch Küchenmesser oder „STROH Original“ kaufen kann (der nicht nur beim Saufen gefährlich ist, sondern auch bei anderer Verwendung der Flasche… z. B. zur Luststeigerung in der Rosette… lass da mal den Flaschenhals abbrechen… biste schneller verblutet, als Du es wahrhaben willst…).

Ich bin echt gespannt, was nun ab Jahresmitte so passiert. Und ich hoffe auch, dass die ganzen Online-Händler jetzt angesichts der Neufassung des Jugendschutzgesezes nicht überreagieren. Habe schon gehört, dass es jetzt einen Shop gibt, bei dem man seine Altersverifikation über eine Schufa-Anfrage machen soll. Solch ein riesiger Aufwand ist gar nicht nötig, aber wer weiß, welcher Rechtsverdreher da der Ratgeber war und mehr Panik verbreitete, als nötig. Solche Shops werden sicher etliche Kunden allein dadurch verlieren, weil die Kunden einfach mal nichts mit dem Selbstauskunfts-Verbrecherverein zu tun haben wollen, selbst wenn es nicht um ihre Bonität, sondern nur um ihr Alter geht. Eine Firma, die einem sogar in den Sozialen Netzwerken nachschnüffelt, um zu schauen, wie zuverlässig man denn ist.
Es gibt da gute und auch weniger anrüchige und umständliche Methoden… auch da bin ich mal gespannt.

Wird ein spannendes Jahr… nur im Augenblick ahne ich nichts Gutes…

 

0 Replies to “Verraten und verkauft?!”

  1. Hallo PepeCyB,

    eine wunderschönes Bild hast Du da.

    Allerdings verstehe ich den Anlass Deines Artikels noch nicht so ganz?

    Denn wie der Hase läuft, so läuft er ja nicht erst seit gestern.

    Es ist doch nur so: Je stärker der Wind weht, desto mehr trennt sich die Spreu vom Weizen.

    Einen lieben Gruß
    Kurbelursel

    1. Ach… das gärt schon ne Weile in mir und musste einfach mal raus. Ich meine, es ist ja jetzt kurz vor knapp und irgendwie gibt’s keinen Silberstreif am Horizont. Und jetzt haut auch noch das BHG-Urteil schön in die Kerbe und „verkauft“ uns die Regulierung (TPD2/TabakerzeugnisG) als Heilsbringer…

      LG
      Daniel

  2. Schöner Artikel und gut auf den Punkt gebracht.
    Nur eines noch: wenn ich mich vertreten lasse, dann zahle ich einen Beitrag – sonst werde ich nicht vertreten, wo auch immer!

  3. Ruhig raus damit, so etwas hinuntergeschluckt und zu lange im Magen aufbewahrt führt bloß zu Unwohlsein und Magenkrämpfen.

    Auch ich hatte das Statement des vorsitzenden Clowns gelesen und mich augenblicklich angesichts der unterschwelligen Unterwürfigkeit seines „Lieb-Kind-Machens“ förmlich geschämt. Es zeigte einen ganz bestimmten Menschenschlag, der sich stets duckt und leise ist; in der Politik bezeichnet man so jemanden als sog. „Realo“, als Realpolitiker, dessen Daseinsberechtigung immer und überall der Kompromiss zu sein scheint. Weder Fisch noch Fleisch. Hey, sei bloß nicht zu laut, sonst erreichst du nur das Gegenteil, gehe jedem entgegen, handle etwas aus, verzichte auf die Hälfte deiner Forderungen und du gehst wenigstens mit der anderen Hälfte als gnädige Gabe nach Hause. Bitte nicht falsch verstehen, gegen Kompromisse ist nichts einzuwenden, ohne sie klappt kein Zusammenleben, doch der Kompromiss als alleinige Daseinsberechtigung oder als Ziel des eigenen Tuns, das ist so watteweich wie die Predigt eines evangelischen Pastors – bloß keinen verschrecken und zu sehr auf die Füße treten, ein bisschen Flüchtlinge, ja, ein bisschen Frieden, oh wie schön, und ein klein wenig unauffälliges Dampfen, ja, das muss erlaubt sein – immer dieses Mittelmaß eines braven aber armen Kindes. Oh, wie kotzt mich dieses Bemühen, es allen recht machen zu wollen, an, denn es gibt Bereiche im Leben, da ist jeder Kompromiss Fehl am Platze, nämlich dort, wo man auf die Verschiedenartigkeit der Menschen trifft und das bunte Leben als Bereicherung erkennen sollte. E-Dampfen gehört dazu wie das tägliche Brot – ich halte es aus, wenn neben mir jemand Knoblauch isst, laut ein lebensfrohes Liedchen trällert oder in wallenden Wolken lieblichen Liquids wandelt. Hier bitte keine Kompromisse! Leben ist bunt, laut und riecht, es dampft aus allen Poren. Oder anders ausgedrückt: IG-ED? Nein Danke!

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