Und nochmal ZeroNet

zn2Vor ungefähr einem Dreivierteljahr habe ich hier schon über ZeroNet geschrieben. Zu der Zeit war es eine nette „Spielerei“, sogar nutzbar, aber es steckte wirklich noch in den Kinderschuhen. Inzwischen hat sich jedoch wirklich ordentlich was getan. ZeroNet (ZN) ist ziemlich „erwachsen“ geworden und ist auf jeden Fall (wenn es einen anfangs nicht überzeugte) einen weiteren Blick wert.

Klar, wenn es darum geht, die lampukische Kaffeeprohibition zu umgehen, dann ist TOR sicherlich noch immer erste Wahl, was die Anonymisierung anbelangt. Leider wird man aber bei TOR nicht ganz so leicht gefunden und man muss schon einen entsprechenden Server mieten, um einen Hidden-Service dauerhaft anzubieten. Nur wenn der TOR-Service auf einem Rechner läuft und dieser auch „im Netz hängt“, ist die Onion-Seite verfügbar. Klar lässt sich das auch mit einem kleinen, leisen Server (z. B. ein Raspberry Pi oder ein vergleichbares Stückchen Hardware) zu Hause realisieren… wenn man denn den Aufwand in Kauf nehmen möchte.

nebelkerzeZeroNet verhält sich da ein wenig anders. Hat man eine Seite erstellt und sie veröffentlicht, dann genügt es, wenn sie von einigen wenigen Peers (das sind andere Rechner, die gerade mit ZN verbunden sind) ebenfalls angeboten wird (das geschieht, sobald die Seite von dem jeweiligen Peer aufgerufen wurde) und schon ist sie dauerhaft (mit derzeitigem Stand) verfügbar. Als ich den erwähnten ersten Artikel schrieb, habe ich zu Test-Zwecken (ohne große Hintergedanken oder Pläne dafür) die Seite „NebelKerze“ veröffentlicht. Zwischenzeitlich gab es aber einen Rechner-Wechsel und letztens eine Neuinstallation meines Systems und da habe ich das ZN-Verzeichnis nicht gesichert, weil ich ZN eigentlich nicht mehr benutzte (DAS hat sich geändert). Damit habe ich auch den geheimen Schlüssel verworfen (schade… so kann ich die Seite auch nicht wieder selbst „übernehmen“). Als ich nun vor ein paar Wochen wieder ZN installiert (ordentlicher Versionssprung) und ausprobiert habe und dann eine Suche bei Kaffiene Search [Link nur über ZeroNet erreichbar] nach „dampfen“ durchgeführt habe… na was habe ich da wohl präsentiert bekommen? Genau! Die NebelKerze (natürlich unverändert). Die Seite ist also noch immer verfügbar. Nicht schlecht!

Damit zeigt sich der Vorteil: Man muss nicht dauerhaft online sein und ZN laufen lassen, damit die eigene Seite verfügbar ist. Aber es schadet nix (nein, es ist im Gegenteil sogar besser), wenn man ZN einfach laufen lässt, solange der Rechner an und mit dem Internet verbunden ist… damit wird das Netzwerk einfach leistungsfähiger.

zerohellozerohello1

Leider ist ZN aber nicht geeignet, die eigene Identität vollständig zu verschleiern. Wenn an weiß wie, kann man die IP, von der eine Seite ursprünglich stammt, recht einfach ermitteln. Abhilfe bietet hier die Nutzung von ZN über TOR (also nicht einfach das Laufenlassen im TOR-Browser Bundle, sondern tatsächlich über das TOR-Netzwerk).
Das ist auch keine wirklich große „Zauberei“. Ggf. muss man in der Konfigurationsdatei von TOR einige wenige Änderungen vornehmen (das ist in den FAQ von ZN beschrieben) und schon kann man ZN auch via TOR nutzen.

nebelhornNa jedenfalls habe ich erneut einen Versuch gestartet und einen Spiegel ausgewählter Inhalte hier aus der DDP mit ZN gebaut. Dabei habe ich aber auf eine statische Blog-Version verzichtet und die ZeroBlog-Seite, erweitert um tag/TOC (Schlüsselwörter und Inhaltsverzeichnis) sowie einer Pager-Funktionalität (also seitenweises Blättern durch die Beiträge). Das funktioniert schonmal ganz gut und sieht auch ordentlich aus. Die Seite heißt…??? NebelHorn… ja, ich weiß… ist auch nicht sonderlich fantasievoll. Diese Seite werde ich aber künftig auch weiter pflegen (und schauen, wie sie sich noch ansprechender gestalten lässt). Die Koffein-, Faser- und Tabakextrakt-Experimente werden damit jederzeit verfügbar bleiben, selbst wenn mein Webhoster mal nicht mehr existiert. Über weiter Nutzungsmöglichkeiten denke ich natürlich auch noch nach.

Es lohnt sich auf jeden Fall, sich ZN wieder einmal anzuschauen… dafür muss man nicht einmal unbedingt die ZN-Software installieren. Es gibt mittlerweile einige Proxies, die ZN-Seiten auch im „normalen“ Internet verfügbar machen.

Hier mal zwei gut funktionierende Beispiele:

bit.no.com 

…und da findet man dann auch das NebelHorn: https://bit.no.com:43110/1KcrDuhGU5ShFoDPZvnRgQQVSv5S9L72zJ/

oder

https://zeronet.korso.win/1HeLLo4uzjaLetFx6NH3PMwFP3qbRbTf3D

…wo man das NebelHorn hier findet: https://zeronet.korso.win/1KcrDuhGU5ShFoDPZvnRgQQVSv5S9L72zJ/

Im ZeroNet kann man das NebelHorn übrigens hier erreichen: http://127.0.0.1:43110/1KcrDuhGU5ShFoDPZvnRgQQVSv5S9L72zJ/
Wenn man sich durch (die Proxies oder direkt) ZeroNet wühlt, findet man etliche interessante Seiten und auch nicht wenig Informations-Material über ZN und dessen Benutzung.

Ich werde auf jeden Fall einige meiner Seiten mit einem zweiten „Standbein“ bei ZN versehen.

 

 

2 Replies to “Und nochmal ZeroNet”

  1. Zeronet ist eine sehr gute Wahl und hat durchaus Potenzial. Übrigens, auf die Dampfdruckpresse und dem Nebelhorn, bin ich im Zeronet aufmerksam geworden 😉

    Ich will jetzt keine Schleichwerbung machen. Mein Blog läuft im Zeronet, Tor und I2P-Netzwerk.

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