…und verkauft!

Hatte mich ja mal über das Gefühl ausgelassen, dass sich die E-Dampfer als Konsumenten durchaus verraten und verkauft fühlen können.

Seinerzeit begründete ich dieses Gefühl damit, dass keine wirklich sichtbaren Aktionen der E-Dampf-Verbände in Deutschland wahrnehmbar waren, obwohl die Verabschiedung von Gesetz und Verordnung zur Umsetzung der TPD2 vor der Tür standen und man in einigen Nachbarländern sehen konnte, welche grauenhaften Auswüchse ähnliche Umsetzungen dort schon getrieben haben.

Damals hatte ich schon anklingen lassen, dass mir die Machenschaften der Händlerverbände ausgesprochen suspekt sind und keine Vorteile für uns Verbraucher zu erwarten sind, die aus ihren Aktivitäten resultieren.

Immerhin hat sich die IG-ED nach der Verabschiedung, jedoch vor und im Zuge kommender Verschärfungen, wohl ordentlich ins Zeug gelegt und sich gegen das Mentholverbot und Auswüchse des Aromenverbots, sowie die Gleichstellung nikotinfreier Liquids mit nikotinhaltigen stark gemacht. Zumindest scheinen da einige Argumente irgendwie angekommen zu sein… wir werden sehen, was davon nun tatsächlich wieder vom Tisch ist… aber genau DAS war etwas, dass ich von einer Verbrauchervertretung auch erwartet habe. Dafür an dieser Stelle mein aufrichtiger Dank.

Was das BfTG anbelangt, gefällt mir noch immer nicht, was sich vor den Kulissen zeigt und was hinter den Kulissen abläuft. Ok… es geht vornehmlich um die Interessen der beteiligten Händler… und um die zu vertreten, muss man sich wohl anbiedern… auch wenn man nach außen so tut, als kämpfe man mit harten Bandagen.

Was den VdeH mit seinem Oberzampano anbelangt, habe ich mich schon immer nicht zurückgehalten… und das aus gutem Grund:enn diese Vereinigung hat uns schon immer verraten und verkauft… und ist noch kräftig dabei, das zu verhökern, was im Interesse von uns Konsumenten wäre. Den Vogel hat der gute Dac mit der bei der eGarage veröffentlichten Aussage zu „schwarzen Schafen“ unter den E-Dampf-Händlern abgeschossen. Das widert mich derart an, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Sicher wird es stimmen, dass es Händler gibt, die sich (aus Unwissenheit, Unfähigkeit oder Unfairness) nicht an das gesetzlich vorgeschriebene Prozedere der Produktmeldung halten. Das kann und darf man sicher sagen… und man darf als Händlerverband auch zum Ausdruck bringen, dass ein solches Verhalten unfair den Händlern gegenüber ist, die sich an die Vorschriften halten. Die Andeutung im letzten Satz war aber ein absoluter Fehlgriff. Auch wenn er es nicht wörtlich sagt, ist die Botschaft doch verständlich… es werden wohl echte und vermeintliche „schwarze Schafe“ angeschissen werden… eine unterschwellige Drohung, dafür zu sorgen, die Konkurrenz mit juristischen Mitteln anzugehen.

„Der größte Lump im ganzen Land,
das ist und bleibt der Denunziant.“
(egal, ob das nun wirklich von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben stammt, oder nicht… der Aussage schließe ich mich vollumfänglich an)

Was mich bei dem Artikel aber wirklich enttäuscht hat, war das Fehlen eines redaktionellen Kommentars oder der Hinweis darauf, dass auf diese Aussage mal energisch und mit deutlichen Worten bei Herrn Sprengel nachgehakt wurde. Aber nein, die Sache bleibt so im Raume hängen und auch die Aussage, dass es solche „schwarzen Schafe“ wirklich gibt, ist durch nichts belegt, außer durch die Aussage des Verbandschefs. Da hätte man durchaus mal recherchieren müssen… selbst, wenn man letztlich nicht Ross und Reiter nennt, um sich nicht in denselben Gülle-Graben zu setzen.

Das Sahnehäubchen der Enttäuschung war für mich jedoch ein Interview mit Herrn Sprengel, das ich an anderer Stelle gelesen habe. Fünf Fragen, fünf Antworten… das war’s auch schon. Ungefiltert wird da den Standpunkten des VdeH eine Bühne geboten. Herr Sprengel haut raus, dass die Regulierung der E-Dampferei als Tabakprodukt die einzig gute Möglichkeit einer Regulierung sei (diese wirren Behauptungen wird er sicher auch raushauen, wenn man ihn mitten in der Nacht aus dem Schlaf weckt, denn das sagt er ja schon immer) und es wird behauptet, dass eine Regulierung als Genussmittel bedeuten würde, die Dampferei könne dann verboten werden, wenn auch nur der Hauch einer Schädlichkeit nachgewiesen würde. Alles klar… das glaubt nicht mal meine Großmutter… weil sie es besser weiß.

Dann das Werbeverbot… es ging nicht anders, weil es ja das Internet gibt, das angeblich nicht regulierbar sei… Radio- und Fernsehwerbung würden sich kleinere Unternehmen kaum leisten können (weshalb es nicht schadet, dass es dort verboten ist)… aaaber Kinowerbung, das könne sich je jeder kleine Krauter leisten… also auch nicht schlimm. Mit einem My an gesundem Menschenverstand erkennt man, dass die Argumentationskette nicht wirklich schlüssig ist.

Da wird in den Raum gehauen, dass es auf EU-Ebene derzeit keine Bemühungen gebe, das E-Dampfen zu besteuern. Und das haben wir dann auch dem VdeH zu verdanken, der das ja genau gefordert hat. Ok… dann ist die EU-Survey zur Neugestaltung der Tabaksteuer-Richtlinie wohl aus Versehen mit genau den Fragen zu den E-Dampfgeräten und Liquids bestückt worden. Ob der VdeH auch ein Statement abgegeben hat?

Was den Markt anbelangt, gibt es wieder einen Seitenhieb auf die Konkurrenz (siiicher alles Klitschen, die nicht im einzigahren – Du sollst keine anderen Götter neben mir haben – Händlerverband organisiert sind), denen Sach- und Fachkenntnisse, sowie unternehmerische Fähigkeiten abgesprochen werden.

Zum Schluss noch ein „alles wird gut“…

Uuund?

.
.
.

Nix und!

Das war es. Zu den teilweise eher haarsträubenden Aussagen gab es keine kritischen Nachfragen. Ein Fazit, ein Kommentar zum Inhalt? Fehlanzeige? Einfach nur eine Plakatwand für Dac und seinen Verband. Ich meine, wenn man denn die Möglichkeit hat, mal mit einer dermaßen umstrittenen Person ein Interview zu führen und diese auch noch eine Menge Propaganda raushaut, dann würde ich auf jeden Fall mal scharf nachhaken. Sollte er dann sagen, er will das Interview nicht… ok… aber ficken lasse ich mich trotzdem nicht. Dann wäre das Anlass für einen kritischen Artikel gewesen, in welchem genau ein solches Verhalten bloßgestellt wird. Der wäre dann vielleicht sogar länger geworden und man hätte ein paar Fotos weglassen müssen… aber genau DAS würde ich von einem Medium – insbesondere für Dampfer, also Verbraucher – erwarten. So jedoch fühlt sich das an, als sei man mit jemanden ins Bett gestiegen, der nur UNSER BESTES (befindet sich in der Brieftasche oder auf dem Konto) will, denen wir Dampfer aber ansonsten gepflegt am Arsch vorbeigehen.

Gefällt mir alles nicht, was da so läuft…

Fühle mich verraten und verkauft… von den Händlerverbänden UND einigen Dampfer-Medien, die mich echt enttäuschen.

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4 Kommentare

  1. Georg

    Es ist jetzt ein wenig Off-Topic, doch wozu gibt es überhaupt Shops und Geschäfte nur fürs E-Dampfen? Als Selbstmischer und alter China-Kunde habe ich das eh noch nie verstanden. Aldi verkauft auch Handys, da braucht keiner extra in einen Handy-Shop. Im Ernst, ich finde es höchste Zeit, dass „E-Zigaretten“ überall verkauft werden, daran sollte man arbeiten. Sie sind keine Tabakprodukte, die schädlich sind und daher nur gesondert verkauft werden dürfen, sie sind keine Erotikartikel, die sich keiner im Supermarkt zu kaufen wagt und daher Extra-Shops benötigen, sie sind von ihrer Ungefährlichkeit nicht einmal gleichzustellen mit alkoholischen Getränken, die es in riesiger Auswahl in jedem Lebensmittelgeschäft zuhauf gibt. Was ist an E-Zigaretten spezieller als an Cognac oder Whiskey? Was ist technisch komplizierter als bei einem Handy oder Tablet? Die Heimwerker-Maschine aus dem Baumarkt ist tatsächlich gefährlicher aber gibt es extra Bohrmaschinen-Verbände? Heimwerker-Interessensgemeinschaften?

    Die chinesischen Händler haben für uns E-Dampfende mehr getan als alle Vertretungen zusammen. Sie haben Fakten geschaffen.

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    1. PepeCyB

      Ich sehe es ähnlich… man sollte (vernünftige, nicht Cigalikes oder irgendwelche Big-T-Sticks) E-Dampfgeräte und Liquids auch in anderen Läden kaufen können. Trotzdem haben auch Fachgeschäfte ihre (nicht geringfügige) Berechtigung. Kaufst Du ein Tablet oder ein Smartphone beim „Oldi“ oder „Lidli“, dann wirst Du (in der Regel… es gibt vielleicht auch Ausnahmen) nicht die gleiche fachliche Beratung erwarten können, wie im Fachgeschäft. Auch die Auswahl wird geringer sein, weil es nur eine Sparte oder eine Aktion ist.

      Wenn Du im Supermarkt eine Schlagbohrmaschine kaufst, dann greifst Du sie aus dem Nonfood-Korb… und hast, was Du hast. Im guten Fachhandel wird Dich ein seriöser (!) Verkäufer fragen, wozu Du die Bohrmaschine brauchst, ob Du z. B. im Altbau oder in der Platte wohnst, wie intensiv bzw. häufig Du die Maschine nutzen wirst… um Dir dann ein passendes Modell zu empfehlen. Mit beiden Maschinen kann man glücklich werden… aber in meinen Augen haben auch beide Geschäfte ihre Berechtigung.

      Fachverbände z. B. für Werkzeuge/Werkzeugmaschinen gibt es tatsächlich (Beispiel: http://www.werkzeug.org/ … da sind sogar Dübelhersteller vertreten 😉 😀 ). E-dampf-Händlerverbände gibt es wohl vor allem aus dem Grund, weil die Produkte, die sie verkaufen von allen möglichen Seiten „bekämpft“ werden… Bohrmaschinen kommen da glimpflicher weg.

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  2. Gemiko

    Ich finde einen Händlerverband per se schon sinnvoll solange er sich vor seine Händler stellt und ihnen nicht von hinten reingrätscht. Mit den Mitteln aus Mitgliedsbeiträgen kann Lobbyismus und ggf. ein Gerichtsentscheid finanziert werden. Falls es Mitgliedsbeiträge gibt, denn nach diesem Artikel dürften die Austritte flächendeckend und die Eintritte spärlich werden.

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  3. Georg

    Der Dübelverband, ja, das ist cool 😉 Übel, übel, sprach der Dübel, als er in der Wand verschwand.

    Ernsthaft, du hast natürlich recht. Beides hat seine Berechtigung

    Verbandspolitik, das ist allerdings ein vollkommen separates Thema – und ein riesiges Fass. Quintessenz daraus ist wahrscheinlich wie immer, dass Verbände gleich welcher Art erstens wohl noch nie Entscheidendes für Einzelhändler erreicht haben (wollten) und dass sie zweitens ihre Berechtigung finden als Versorgungsstation verdienter Politiker. Und Gemiko, wenn du selbstständig wirst, musst du bereits zwangsweise deiner Vertretung (IHK) beitreten und teuer bezahlen. Gebracht hat’s kaum jemandem etwas, zumindest kenne ich niemanden persönlich.

    Das ist wie beim Fußballverein: der Verband/Verein vertritt am Ende des Tages nur die Interessen der großen und mächtigen Mitglieder. Und wenn der Großbäcker Mitglied ist und ebenso die „Tante-Emma-Bäckerei“, dann wird der Verband dafür Sorge tragen, dass Tante Emma endlich schließt, in Rente geht und ihr Geschäft günstig dem Großbäcker für eine weitere seiner Filialen verkauft. Praxis und Theorie – es lässt sich alles schönreden und prima den uninformierten Mitgliedern sowie der Öffentlichkeit vorgaukeln: die Verbände sind darin meisterlich geschult. Es gibt nur eines, was in der Politik zählt, und das ist Geld.

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