Ausgekotzt – Leichenfledderei…

…nenne ich das, wenn der Tod eines Pechvogels dazu benutzt wird, um Propaganda zur Stärkung der eigenen Marktdominanz in die Öffentlichkeit zu tragen.

Es rast ja der tragische Fall des gestorbenen Dampfers aus Florida durch alle Medien. Dem ist die Bude in Brand geraten und er konnte nur noch tot geborgen werden. Als Ursache war sofort ein E-Dampfgerät genannt worden, man vermutete zunächst, er sei durch das Feuer gestorben. Nun hat aber die Obduktion ergeben, dass es wohl die E-Dampfe zerrissen hat und Teile des Geräts wie Geschosse in den Kopf des Opfers eingedrungen sind, was todesursächlich war.

Das ist echt ne üble Geschichte. Details gibt es dazu so gut wie keine… das ist auch normal. Es wurde lediglich bekannt, dass es sich beim Akkuträger um ein Gerät von Smok-E Mountain handelte, um einen ungeregelten mechanischen Akkuträger. Weshalb es nun zu der Explosion kam und was genau zerborsten ist und zum Geschoss wurde, ist nicht wirklich bekannt. Es geistern da zwar Gerüchte durch die Gegend, der Verdampfer sei auseinandergeflogen… das klingt aber mehr als unwahrscheinlich. Vielleicht hat es ihn lediglich vom Akkuträger “abgeschossen”… aber auch das ist nur Spekulation.

Ein Mech-AT wird nicht so ohne Weiteres zur “Faustfeuerwaffe”… da müssen einige unglückliche und fahrlässige Sachen zusammengekommen sein, um das Szenario zu ermöglichen. Weil aber keine handfesten Informationen vorhanden sind, lässt sich zur Ursache auch nix sagen.

Tatsache ist: Ein Mensch kam ums Leben, weil ihm seine E-Dampfe hochgegangen ist. Das ist schlecht, weil nun wieder öffentlich durch die Presse dargestellt wird, dass Dampfen eine lebensgefährliche Sache ist… aber noch schlechter ist, dass ein junger Mann sein Leben lassen musste. Da verbietet es sich auch, “selber schuld” zu sagen… das ist eine traurige Sache, mit der man keine Scherze machen sollte und die man auch nicht irgendwie ausschlachten sollte.

Tja… aber nicht jeder legt ausreichend Pietät an den Tag… und so kam es, dass das BfTG schnell mal eine “Produktsicherheitswarnung” herausgehauen hat. Im ersten Satz wird noch Betroffenheit über den Tod des Mannes geheuchelt… dann geht es aber gleich in die Vollen:

Sowas passiert nur, wenn man Produkte aus Drittstaaten importiert. Das ist nämlich alles hochgefährlicher Schrott. Nur bei inländischen Händlern gekauft Produkte sind sicher… alle anderen knallen einem ein Loch in die Birne… jawoll!

Es wird was von Produktstandards gefaselt, die es ja in Deutsch-e-land gibt… und dass nur Produkte, die in Deutschland gehandelt werden, diesen Standards entsprechen. E-Dampfprodukte von deutschen Händlern seien sicher… solche Unfälle gäbe es hier nicht. Die haben nämlich alle eine “Sicherheitselektronik”, die verhindert, dass ein Akku explodieren kann.

Was für eine gequirlte Scheiße! Auch ein geregelter Akkuträger mit irgendwelchen Schutzschaltungen kann nicht zu 100% verhindern, dass ein Akku ausgast! Es ist schlicht eine Lüge, wenn jemand behauptet, das könne mit solchen Geräten nicht passieren. Ein Akku, der eine handfeste Macke hat, der kann IMMER ausgasen… dazu braucht es nicht einmal einen Kurzschluss, der von einer Elektronik erkannt werden kann. Und außerdem haben beileibe nicht SÄMTLICHE Akkuträger, die ganz offiziell und legal in Deutschland verkauft werden, eine “Schutzelektronik”. Mechanische ungeregelte Akkuträger haben GAR KEINE Elektronik… also auch keine “Schutzelektronik”. Werden die jetzt nur deshalb “sicher”, weil sie von deutschen Händlern verkloppt werden? Das ist ja Magie!

Klar ist… Akkus sind nicht ungefährlich! Und gerade das Dampfen mit solchen Mechmods setzt ein wenig Wissen und Sorgfalt voraus. Geht man sowohl mit Akkus, als auch mit den Mech-AT sorgsam um, ist die Gefahr eines Unfalls aber auch ausgesprochen gering (und… ich erinnere nochmal… auch in einem geregelten AT kann ein Akku ausgasen).

Speziell ungeregelte Geräte wie Mech-Mods, die nicht für den EU-Markt registriert wurden und gegen Produktsicherheitsvorschriften verstoßen – somit illegal als Verbraucherimport auf den Markt gelangen, können unglaublichen Schaden anrichten. Nur ordnungsgemäß in der EU registrierte E-Zigaretten erfüllen die hohen Sicherheitsanforderungen, die insbesondere wegen der Nutzung mit Lithium-Ionen Akkus unabdingbar sind.
Quelle: BfTG

Dazu fällt mir auch nix mehr ein… Mech-Mods, die nicht für die EU registriert wurden, verstoßen also automatisch gegen Produktsicherheitsvorschriften. Durch die Registrierung, erfüllen sie diese dann aber. Es wird zwar nichts geprüft… aber durch die Registrierung werden sie sicher. Schon wieder Magie! Nehmen wir mal den Akkuträger der dem eingangs genannten Opfer dir tödlichen Probleme bereitet hat. Die Mech-AT von Smok-E Mountain sind beliebt, schon lange auf dem Markt… AUCH auf dem deutschen Markt… ganz legal. Die sind nämlich hervorragend verarbeitet, sicher gebaut und verfügen über eine Entgasungsvorrichtung, die bei einem ausgasenden Akku eine Explosion verhindern sollte. Kauft man die nun in einem Drittstaat, dann sind die also – das sagt das BfTG ja – hochgefährlich. Kauft man sie aber von einem deutschen Händler, der sie registriert hat, dann sind sie sicher. Wobei… irgendwo widersprechen sie sich eh… denn der Satz klingt ja so, als wären Mech-AT an sich schon unsicher… na ja… es sei denn es kommt die Deutscher-Händler-EU-Registrierungs-Magie zum tragen. Bin jetzt irgendwie davon verwirrt!

Fazit des BfTG: Kauft NIEMAAAAAALS beim Asiaten! Tut das nicht! Nur der Kauf beim deutschen Händler bewahrt Euch davor, Euer Gehirn von der Wand kratzen zu müssen.

Es geht bei der “Warnung” also lediglich darum, beim Kunden Angst zu schüren, auf dass er nur noch beim eigenen Klientel einkauft. Und da wird dann das geschilderte tragische Unglück des Amerikaners gerne missbraucht, um die Forderung mit “Argumenten” zu untermauern. Schäbig ist das! Pietätlos! Das widert mich an!

Anscheinend ist man beim Verband derzeit auf einem Feldzug gegen ausländische Händler… denn der Wurmfortsatz des Bündnisses kam ja auch gerade erst wieder mit einem Bashing-Artikel gegen einen asiatischen Händler um die Ecke, bei dem im Vorbeigehen auch noch gleich mehrere andere “Asiaten” abgewatscht werden.

Hab lange nicht gekotzt… aber heute dafür gleich zweimal!

 

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7 Kommentare

  1. Georg

    Kommt mir doch irgendwie bekannt vor: “Support Your Local Vape Dealer – Think Global & Act Local”. Hamse nu gemacht.

    Geld und Pietät? Pfft. Eigentlich müsste sich das BfTG an den Bestattungskosten beteiligen, so viel egoistischen Nutzen es aus dem Tod des Dampfers zieht. Das ist dasselbe wie beim jüngst in der Schweiz umgekommenen Tesla-Fahrers; auch diese Tragödie wurde reichlich für andere Zwecke als die der Trauer ausgeschlachtet – wobei der Begriff des Ausschlachtens in dem Zusammenhang zwar wahr, so doch ebenfalls ziemlich pietätlos ist.

    Der Mensch an sich ist halt mehr oder weniger ein Arsch.

    Und oft ein Masochist: dass du überhaupt noch beim BfTG liest, zeigt enorme Nehmerqualitäten 🙂

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  2. Joey Hoffmann

    Die Implikation vapers.guru(“Wurmfortsatz”)würde mit dem BfTG eine gemeinsame Kommunikationsstrategie verfolgen ist falsch.
    Die Vorstellung, Artikel würden mit dem Verband im Sinne einer gemeinsamen Linie abgestimmt, entspringt einer simplifizierenden Verschwörungstheorie.
    Ich bin einer von vielen Mitgliedern des Verbandes. Weder spreche ich für den Verband, noch der Verband für mich.

    Ich kritisiere chinesische Händler länger, als es das BfTG gibt. Aus verschiedenen, nachvollziehbaren Gründen. Dabei geht es nicht um “Asiaten”. Nicht einmal Hersteller. Sondern um den Handel. Beispielsweise um Steuerhinterziehung, Zollbetrug und fehlende Gewährleistung.

    In dem angeblichen “Bashing” Artikel geht es um klare Falschaussagen eines Händlers. Die an Einzelhändler gegangen sind, nicht an Konsumenten.
    Heavensgifts hat bereits mit mir Kontakt aufgenommen.

    Von der Stellungnahme des BfTG habe ich mich intern und öffentlich distanziert.

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    1. PepeCyB (Beitrag Autor)

      Von der Stellungnahme des BfTG habe ich mich intern und öffentlich distanziert.

      Löblich… denn das war echt geschmacklos! Hab’s nur (öffentlich) nirgends entdecken können. 😉

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  3. ichwarsnet

    Rassismus zeigt sich manchmal versteckt.
    Aussagen, die auf “kauft nicht beim Chinesen” hinauslaufen, sind aber so offensichtlich rassistisch, dass es keiner weiterer Kommentare bedarf.
    Meiner Meinung nach sind Rassisten das Allerallerletzte, das Letzte vom Letzten.

    Im konkretem Fall ist Rassismus besonders dumm.
    Denn die Mehrheit der Dampfartikel, die “dein lokaler Dampfhändler” verkauft, sind aus China.
    Und das ist gut so.
    Gäbe es beim “lokalem Dampfhändler” nur Ware made in Deutschland, Austria oder der Schweiz, gäbe es heute keine ca. 3 Mio Dampfer in D-Land, da viele nicht die Apothekenpreise der deutschen Hersteller zahlen können oder wollen.
    Und was ein Dampfgerät, made ich China, gekauft in China, besser macht als das gleiche Dampfgerät, made in China, gekauft bei “dein lokaler Dampfhändler”, wird wohl stets ein Rätsel bleiben. Denn eine Sicherheitskontrolle findet nicht statt, weder beim deutschem Händler, noch in der TDP2-Halbjahres-Wartezeit.

    Das BfTG sollte sich lieber gegen die TPD2 stark machen als gegen Händler aus anderen Ländern bzw. als PR-Agentur für lokale Händler. Aber genau das sieht das BftG wohl anders. Und vermutlich ist auch das genau die Aufgabe des BftG: nicht etwa sich für Dampfer starkmachen. Sondern die Umsätze deutscher Händler zu fördern.

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    1. PepeCyB (Beitrag Autor)

      Ich würde nicht so weit gehen, das als “Rassismus” zu bezeichnen. Dieser Begriff wird ohnehin zu inflationär und als “universelle Waffe” benutzt. Es mag vielleicht so erscheinen, aber Hauptgrund für die Agitation gegen chinesische oder asiatische Händler ist nach meiner Meinung das, was Du als Schlusssatz treffend formuliert hast.

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      1. ichwarsnet

        Also ich sehe das schon als Rassimus, wenn man pauschal und undifferenziert Menschen mit anderer Hautfarbe und anderer Augenform und deren Handeln pauschal als inferior hinstellt.
        Das ist eigentlich genau das, was Rassismus ist.

        Und: man muss nicht selbst Rassist sein, um inherent vorhandene rassistische Ressentiments zum eigenen Zweck zu ge- bzw. missbrauchen, z.B. um Konkurrenz zu diskreditieren.

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        1. PepeCyB (Beitrag Autor)

          Ok… kann man so sehen.Ich hätte es selbst nicht so formuliert, aber ich kann Deine Meinung nachvollziehen.

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