Rätselhafte Todesfälle: 629 Teelöffeltote 2018 in Deutschland

Und keiner prüft, was man gegen den Tod durch Teelöffel machen könnte. Skandal!

Im Jahr 2018 starben 629 Personen, nachdem sie Teelöffel benutzt haben. In der überwiegenden Zahl der Fälle konnte nicht einmal der alarmierte Notarzt mehr helfen. Die Ärzte und das Gesundheitsministerium stehen vor einem Rätsel. Allen Fällen gemeinsam ist, dass die Verstorbenen unmittelbar vor dem Ableben Heroin, Ascorbinsäure und Wasser über einer offenen Flamme in einem Teelöffel erhitzten, bevor sie sich die zuvor noch gefilterte Flüssigkeit intravenös injizierten. Die Ärzte vermuten nun, dass die Todesfälle mit den Teelöffeln zusammenhängen könnten. Leider weigert sich das Bundesgesundheitsministerium, zu prüfen, inwiefern die Teelöffel für die mysteriösen Todesfälle verantwortlich sein könnten. Ich kann an dieser Stelle nur vor der Benutzung von Teelöffeln — wofür auch immer — eindringlich warnen. Rührt Eure Getränke künftig besser mit einem Esslöffel, einer Gabel oder einem Messer um. Das funktioniert auch und scheint sicherer, bis geklärt ist, welche Rolle die Teelöffel bei den Todesfällen gespielt haben.

STOP!

Der Pepe schreibt doch schon wieder mal vollkommenen Schwachsinn!

Es ist doch jedem klar, dass die 629 Personen an einer Überdosis Heroin oder sonstigen Opioiden gestorben sind, die sie sich gespritzt haben. Die Teelöffel haben damit doch überhaupt nichts zu tun. Wenn jemand ein Glas voll Unkrautvernichter säuft, ist doch auch nicht das Glas schuld, wenn er sich hinterher die Seele aus dem Leib kotzt.

Neee… stimmt! Aber als nun in ein paar Wochen ’zig junge Menschen in den USA mit ernsthaften (teilweise lebensbedrohlichen) Lungenproblemen in Krankenhäuser eingeliefert wurden und bekannt wurde, dass sie Liquidverdampfer (ugs. fälschlich auch als „E-Zigaretten“ bezeichnet) konsumiert haben, war der PRESSE sofort klar… die haben eine mysteriöse Lungenkrankheit vom Dampfen. Dass schon ziemlich früh auch bekannt wurde, dass die Erkrankten mit ihren Liquidverdampfern wohl Substanzen konsumiert haben, die man damit wohl besser eher nicht zu sich nimmt, wurde geflissentlich „übersehen“ und es wurde in zahlreichen Artikeln behauptet, die „E-Zigarette“ sei wohl die Ursache. Die amerikanische Gesundheitsbehörde prüfte nun die Ursache…

Dass die deutsche Presse diese willkommene Horrormeldung sofort fröhlich und unrecherchiert übernahm, war klar. Konnten sie doch endlich allen Befürwortern des E-Dampfens nun eine Nase drehen und (unausgesprochen) behaupten, sie hätten es immer schon gewusst, dass das E-Dampfen schädlich ist.

Inzwischen hat man in den USA herausgefunden, was da gelaufen ist. Die Erkrankten hatten mit ihren Liquidverdampfern Cannabisöl konsumiert, wie das Kings County Department of Public Health vermeldet [1]. Dies führte zu Fällen des Acute Respiratory Distress Syndrome (ARDS) — akutes Atemnotsyndrom. Es hatte also nichts mit der „E-Zigarette“ (wie mobile Liquidverdampfer noch immer falsch bezeichnet werden) zu tun, sondern damit, dass die Damen und Herren sich da Haschischöl reingekippt und dies inhaliert haben. Teilweise auch noch in Liquids aus dem Straßenverkauf (vielleicht schon als Fertig-Haschöl-Mischung). Da kann aber der Liquidverdampfer nix dazu und dafür… so wie auch der Teelöffel nicht schuld daran ist, wenn sich jemand damit Heroin zubereitet und sich anschließend in zu hoher Dosis in die Vene haut (und auch Ascorbinsäure und Wasser haben mit dem Ableben nix zu tun).

Bisher hat sich aber die deutsche Presse mächtig mit der Meldung der neuen Erkenntnisse (die „E-Zigarette“ ist doch nicht schuld an den nun gar nicht mehr so „mysteriösen“ Atemproblemen — von einer Lungenkrankheit kann schon mal gar keine Rede mehr sein) zurück.

Den absoluten Vogel hat heute die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) online abgeschossen, als sie nun auch noch Todesfälle dazugelogen hat (zu einem Zeitpunkt, als die Ursache schon bekannt geworden war und hochoffiziell in den USA mitgeteilt). Ja, im Ernst… bei denen gab es jetzt schon „Dampfer-Tote“… die haben wohl nicht mitbekommen, dass etliche der Betroffenen schon wieder aus dem Krankenhaus raus sind (nicht liegend in der Holzkiste, sondern aufrecht). Aber nein, sie nehmen die Wirkung der falschen Horrormeldung noch schön mit und schreiben

Behörden prüfen : Ist die E-Zigarette Schuld an Lungenkrankheit?

Tabakkonzerne werben gern damit, dass die E-Zigarette viel weniger schädlich ist als die herkömmliche Zigarette. Todesfälle in Amerika lassen daran zweifeln.

Quelle: FAZ Online, Di., 20.08.2019, Stand von 15:02 Uhr

Also nochmal zum mitschreiben:

  1. Behörden prüfen nicht mehr, sie haben schon geprüft.
  2. Es handelt sich nicht um eine Lungenkrankheit, sondern um akute Atemnot.
  3. Die „E-Zigarette“ (die eigentlich E-Dampfgerät oder mobiler Luquidverdampfer heißt) hat mit der Atemnot nichts zu tun.
  4. Nicht nur Tabakkonzerne stellen fest, dass Liquidverdampfen wesentlich unschädlicher (man kann behaupten, sie sind unschädlich) sind, als Tabakzigaretten… das sagt jeder, der sich mit dem E-Dampfen ernsthaft befasst… das sagen renommierte Wissenschaftler… das sagt die britische Gesundheitsbehörde, die das E-Dampfen zum Zweck der Raucherentwöhnung aus genau diesem Grund ausdrücklich empfiehlt…
  5. Es gab in diesem Zusammenhang keine Todesfälle.

Man braucht offenbar keinen Relotius, um in einer Zeitung in drei Sätzen fünf Lügen unterzubringen.

Dafür bekommt Ihr (FAZ) von mir den Pepe-Bullshitnews-Award verliehen!

So… das Thema ist durch… bin gespannt, wann die nächste erlogene Horrormeldung durch die Presse geprügelt wird…


[1] https://www.countyofkings.com/home/showdocument?id=20469

3 Replies to “Rätselhafte Todesfälle: 629 Teelöffeltote 2018 in Deutschland”

  1. Und siehe da, der VdeH nutzt das alles schon, um gegen den Kauf von Liquid aus anderen als den eigenen Quellen Stimmung zu machen. Kein Wort davon, einfach reines VG und PG zu benutzen, nein „der Verband des eZigarettenhandels (VdeH) rät daher dringend von Straßenkäufen, Eigenimporten und dem Erwerb von E-Liquids oder vorbefüllten Pods aus unseriösen Quellen ab. Vielmehr sollte man den gut sortieren Fachhandel nutzen.“ Ein besseres Marketing geht kaum.

    Irgendwann gehtꞌs den Selbstmischern an den Kragen, dann wird so getan, als ob nur der zertifizierte Handel die alleinige Kompetenz und die „Geheimnisse der Liquidherstellung“ kennt. Ist wie beim Essen, da träumen auch Konzerne und solche Händler-Pappnasen seit Jahrzehnten vom Ende des dubiosen Selberkochens.

    1. Hersteller sind schon IMMER „keine Fans“ der Selbstmischerei!

      Es geht viel mehr darum, dass … davon die Rede ist dass alle Komponenten im Prinzip gleichwertig und bedenkenlos sind.
      DEM IST NICHT SO!

      Eine Din A4 Seite könnte ich allein ohne nachzudenken mit Risiken des Selbermischens füllen.

      …stellen mir aber dennoch die Nackenhaare auf.

      PG VG kann man gerne mischen kein Problem, aber Nikotin, Aroma und das richtige Wasser überlassen wir dann doch den Profis bitte. Ich hab auch schon gelesen, dass Dampfer Wasser aus dem Baumarkt (das für Bügeleisen) hernehmen. Überflüssig zu erwähnen, dass man das lassen sollte. Da kann man gleich entkalktes Leitungswasser nehmen.

      Original-Zitate aus einer Mail eines bekannten fröhlichen deutschen Liquidherstellers aus dem Januar 2015 als Beschwerde über einen Artikel im DM… ich verrate NICHT, welcher Hersteller. 😉

  2. Habe eine Beschwerde beim Presserat eingereicht.. vielleicht sollte man das häufiger bei solchen Artikeln machen die absolute Unwahrheiten behaupten und in diesem Fall sogar noch Fakten dazu erfinden.

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