Cubis M(ax)esh

Vor etwa einem Jahr hatte der NCFilm™ Heater von meinem „Outdoor-Lastesel“ Cubis Max den Zustand erreicht, bei dem ich ihn hätte austauschen müssen. Er funktionierte zwar noch gut und schmeckte nach Reinigung einwandfrei, jedoch wurden die Zeitabstände, bei denen eine Reinigung [1][2] erforderlich war, immer kürzer. Das liegt vermutlich daran, dass die Oberfläche durch die mechanische Beanspruchung beim Reinigen immer rauer wurde.

Aber an sich kein Beinbruch, hatte das Heizelement doch ein Dreivierteljahr durchgehalten. Das ist deutlich mehr als der Hersteller verspricht… und dies trotz der teilweise extremen Belastung des Verdampfers durch die Umgebungsluft (Hausbaustelle).

Es war also der Zeitpunkt gekommen, bei dem ich einmal mit einem Ersatz-Heizelement aus Edelstahlsieb (Mesh/ESS) experimentieren konnte.

Na ja… Hausbaustelle halt… und etliche andere Verpflichtungen… sofort mit dem Basteln beginnen war also nicht. So wanderte der Cubis in die ToDo-Kiste.

Nun habe ich, nach besagtem Jahr, einfach mal etwas Zeit geopfert und mich an das Mesh-„Heizelement“ herangewagt.

Zunächst habe ich mein ursprünglichen Überlegungen zur Realisierung aus dem Hinterkopf gekramt: Grundsätzlich wäre es ja möglich, ein Stückchen ESS einfach in die Form des Original-Heaters zu schneiden und den Streifen einfach mit den Befestigungsschrauben festzuschrauben. Allerdings wäre dann der elektrische Kontakt eher punktförmig und ich vermutete, dass das ESS so wahrscheinlich nicht in voller Breite erhitzt werden würde.

Der NCFilm™ Heater weist an der beiden Rändern zur Befestigung ja ein massives, abgerundetes Stück aus Stahl aus, zwischen dem sich dann das Kanthal-Heizelement befindet. Diese beiden Teile sind 1. nicht angegriffen und böten 2. eine prima Kontaktfläche auch für das Mesh… sie könnten quasi als Klemmelement für die gesamte Breite des ESS dienen.

Zunächst habe ich das Heizelement auf ein Blatt Papier gelegt und den Umriss nachgezeichnet, um ein formgleiches ESS-Stück ausschneiden zu können.

Dann habe ich von dem (verkrusteten… ich habs jetzt auch nicht gereinigt, um es letztlich in den Müll zu werfen) Heizelement mit dem Proxxon und einer kleinen Trennscheibe die beiden Befestigungsteile abgetrennt.

Das passend ausgeschnittene Mesh habe ich nun in die Base gelegt und mit Nadelstichen die Position der Schraubenloches markiert. Einfach mit „Gewalt“ (das wäre angesichts der winzigen Schrauben eh nicht gegangen) die Schrauben durch das Edelstahlsieb zu schrauben, wäre keine Option gewesen, da sich das Gewebe mit Sicherheit dabei verzogen und „Wellen geschlagen“ hätte. So habe ich stattdessen kleine Aussparungen vom Rand aus ausgeschnitten, schließlich sollte der Kontakt ja ohnehin durch die beiden abgetrennten Endstücke zustande kommen.

Der Einbau des ESS war überraschend einfach und es war auch unproblematisch, die drei Teile (ESS und zwei Befestigungsplatten) vernünftig auszurichten.

Aufgrund der Konstruktion kann man den Widerstand beim Cubis ja nur bestimmen, wenn der Verdampfer zusammengebaut ist. Also habe ich ihn erstmal ohne Wattepad zusammengeschraubt und den Widerstand gemessen: 0.2 Ohm.

Nicht schlecht! Das Original-Heizelement kam mit 0.25 Ohm daher… also bin ich in einem vergleichbaren Bereich gelandet… und hatte vor allem keinen Kurzschluss.

Leider kann man, wie bereits erwähnt, nicht schauen, wie das ESS trocken aufglüht, da elektrischer Kontakt erst gegeben ist, wenn die Platte mit der Aufnahme für das Wattepad aufgelegt ist. Also war „Blindflug“ angesagt!

Ich habe das passende Stück Muji-Pad eingelegt, ordentlich mit Liquid getränkt, den Cubis zusammengebaut, Liquid in den Tank gefüllt und nochmals den Widerstand überprüft… ist unverändert geblieben.

Also dann… Dampftest…

Und……… der Cubis dampfte bei 45 Watt einfach mal so los. Von der Dampfmenge her habe ich keinen Unterschied zum Betrieb mit dem NCFilm™ Heater festgestellt. Das Mesh produziert ordentlichen, dichten Dampf. Die ersten zehn, fünfzehn Züge erschienen geschmacklich etwas „flacher” als üblich, dann aber stellte sich auch die gewohnte Geschmacksentfaltung des Cubis ein.

Der Cubis Max lässt sich also problemlos auch als Cubis „Mesh“ betreiben.

Ich werde nun drei Tankfüllungen konsumieren und den Cubis dann einmal aufschrauben und schauen, wie er von innen aussieht… dazu kommt dann hier ein kurzer Statusbericht.


[1] Der Joyetech Cubis Max und der Berg
[2] Wieder „Bergfest“

One Reply to “Cubis M(ax)esh”

  1. Danke Daniel, dein Bericht war spannend zu lesen. Zwar habe ich reichlich Heizplatten zu Hause gebunkert, aber man weiß ja nie, in welche Situation man mal gerät; da ist es gut zu wissen, welche Alternativen für diesen wunderbaren Verdampfer zur Verfügung stehen.

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