Im September ist Bundestagswahl

Für eine Partei, die auf dem besten Weg zur Splitterpartei ist, tritt Olaf Scholz an. Er will also Kalif werden, anstelle des Kalifen. Noch muss er sich mit dem Amt als Finanzminister begnügen. Aber da kann er ja schon mal üben, wie es sich als Kanzler so herumregieren würde.

Nun will er ja, kurz vor Toresschluss, bevor er dann recht sicher eh nicht Kanzler wird und eventuell auch keinen Ministerposten abgreift, noch ein kleines Denkmal setzen und die Tabaksteuer reformieren. Bei der Gelegenheit kann man gleich auch noch das E-Dampfen durch eine horrende Steuer zerstören.

Bei den Expertenanhörungen zu dem Thema hat er leider mehr Gegenwind, als er erwartet hatte, zu spüren bekommen. Aus der Branche, aber vor allem auch aus der Ecke Wissenschaft (auf die wir ja — so predigen sie doch ständig — immer hören müssen… weil ja die Klima-Katastrophe da ist und sich Corona nur durch ständiges Maskentragen, Berufsverboten und offenem Strafvollzug kontrollieren lässt).

Aber Scholzilein, den juckt das nicht und lässt via dpa verbreiten:

Wenn neue Produkte auf den Markt kämen, müsse man die Besteuerung sicherstellen – aus gesundheitspolitischen und fiskalischen Erwägungen.

E-Zigaretten seien bei weitem nicht alle unschädlich.

„Es gibt gesundheitspolitische Erwägungen, die dafür sprechen, dass wir jetzt nicht alles harmlos finden, was sich selber für harmlos deklariert.“

Mit der Tabakindustrie sei man überein gekommen, die Tabaksteuer lieber regelmäßig moderat anzupassen statt auf einmal einen deutlich größeren Sprung zu machen.

Er meint also… E-Dampfen ist so schädlich, dass man es extrem hoch besteuern muss… in zwei großer Schritten. Tabak hingegen sollte man im Schongang nur mit homöopathischen Dosen sanft höher besteuern.

Coole Idee. Und scheiß auf die Wissenschaft, die inzwischen immer deutlicher nachweist, dass das Dampfen kaum riskanter ist, als der Kaffee am Morgen. Das wischt man damit weg, dass die E-Dampf-Branche selbst nur behauptet, Dampfen sei harmlos.

Nu ja… nun ist bald Wahl. Man sollte nicht unbedingt seine Wahlentscheidung nur am Dampfen festmachen. Aber man sollte sich die Kandidaten anschauen und überlegen, was für einen Dreck jemand vermutlich auch zu anderen Politikfeldern vollbringt und erzählt, wenn er sich nicht scheut, zum Dampfen solch einen Bockmist von sich zu geben. Was ein verlogenes Subjekt. Vertrauensbildend ist das nicht (E-Dampf-Branche zerstören und Tabakbranche tätscheln… begründet mit Lügen und Ignoranz). Wer wählt sowas?

3 Replies to “Im September ist Bundestagswahl”

  1. Im Spannungsfeld zwischen Klima und Corona bekommen (oder haben bereits) die Dampfer*innen ein Problem mit ihrer Selbstwahrnehmung. Weltrettung und Gesundheitshysterie lässt sie erkennen, dass ihr eigenes Verhalten bedenklich bis volksschädlich ist. Wenn der Gesundheitswahn der Mehrheit über sie hereinbricht, verstecken sie immer mehr die eigene Dampfe im Bild der Öffentlichkeit. Plötzlich erkennen sie, wie es ist, trotz der Wissenschaft an ihrer Seite durch Pseudowissenschaft und Rhetorik am Rande der Gesellschaft zu stehen. Viele werden mit dem Dampfen aufhören, sobald die Baerbockschen Grünen das Sagen bekommen. Die meisten haben vergessen, dass es die Grünen waren, die unter Rot-Grün in NRW die Dampfshops verboten hatten, was erst durch ein Landgerichtsurteil viel später aufgehoben worden war aber den Inhabern der Shops nichts nutzte, da sie in der Zwischenzeit pleite gingen. Regieren die Grünen, werden die Gerichte zukünftig in ihrem Sinne entscheiden (spätestens wenn grüne Richter*innen von ihnen implementiert werden). Studien und Gegenstudien lassen sich schon heute beliebig benutzen – kommt der gesellschaftliche Wille für einen Nanny-Gesundheitsstaat hinzu, verzichten die meisten Dampfer*innen von alleine auf ihren Genuss. Übrig bleiben neben ein paar unverbesserlichen Egoisten die Suchtdampfer*innen, die sich schamhaft in die Reihen der Tabakraucher eingliedern und Besserung geloben.

    Man fragt oft, wieso eine Herde immerzu brav in den Schlachthof trottet. „Die Tiere wissen ja nicht, was ihnen bevorsteht“, so heißt es – nun, die Dampfer*innen wissen es und wählen im September ihren eigenen Schlachter, immerhin so viel Freiheit muss sein, das ist eben der Unterschied zum Rindvieh.

  2. „Mit der Tabakindustrie sei man überein gekommen, die Tabaksteuer lieber regelmäßig moderat anzupassen statt auf einmal einen deutlich größeren Sprung zu machen.“

    Das war doch schon immer so, oder etwa nicht? Lieber in kleinen Schritten erhöhen, damit man die Leute weiterhin schön bei Laune halten kann. Wird zwar erst gemeckert bei den Schlafschafen, aber letztendlich wird es ja meistens mit dem Sätzlein: „kann man halt nichts machen“ abgespeichert.
    Oh, wie ich diesen Satz hasse…

    „…..sei man überein gekommen,……“

    Hmmm, die Tabakindustrie spricht und die Regierung, macht nen Knicks und kriecht….

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    „Man fragt oft, wieso eine Herde immerzu brav in den Schlachthof trottet. „Die Tiere wissen ja nicht, was ihnen bevorsteht“, so heißt es – nun, die Dampfer*innen wissen es und wählen im September ihren eigenen Schlachter, immerhin so viel Freiheit muss sein, das ist eben der Unterschied zum Rindvieh.“

    Dem ist nichts hinzuzufügen, außer das ich ausnahmsweise mal mit einem Zitat antworten möchte:

    Von: Anton Pawlowitsch Tschechow

    Die Menge glaubt, alles zu wissen und alles zu begreifen. Je dümmer sie ist, um so weiter ist der Horizont, den sie zu haben vorgibt.

    Bombus

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