Aufgeschnappt: Steuerhoffnungen

In der Szene wird derzeit noch(!) relativ intensiv über die Liquid-Steuer und deren Auswirkungen diskutiert. Es gibt eine größere Gruppe, die sich mit der Steuer abgefunden hat, für sich selbst aber keine wirklichen Probleme kommen sieht, weil man vorgesorgt (gebunkert) hat oder weil man ja selbst mischen und die Rohstoffe, die aufgrund der erforderlichen Menge die eigentlichen Kostentreiber werden, aus alternativen Quellen beziehen kann. Vielen davon geht „Das Elend der Anderen“ geflissentlich am Arsche vorbei. Es ist egal, dass das Dampfen, also die „Dampf-Wirtschaft“ in Deutschland durch die Steuer vor die Hunde gehen wird und damit frische Einsteiger auf der Strecke bleiben und Raucher den alternativen Nikotinkonsum ohne schädliche Auswirkungen nicht mehr für sich entdecken können.

Wer nur an sich denkt, der hat vermeintlich damit sogar recht… oder? Nicht wirklich, denn das ist zu kurz gedacht. Wenn der Konsum von herkömmlichen Liquids und vor allem des „Flüssig-Zubehörs“ einbricht, wird den Shops die Existenzgrundlage entzogen. Und es wird auch nicht wenig Shops geben, die aufgrund der Mehrbelastung (das „Vorstrecken“ der Steuerabgaben bei gleichzeitig ungewissen Umsatzaussichten) die Segel streichen. Eine Folge daraus ist dann aber auch, dass die Verfügbarkeit von Hardware und Hardware-Zubehör massiv abnimmt. Es wird also schwieriger, an neue Geräte, Verdampferköpfe etc. zu kommen. Da sind dann nur noch diejenigen „fein raus“, die auch in dieser Hinsicht gebunkert (vorgesorgt) haben. Letztlich wird das E-Dampfen sich von seinem jetzigen Nischendasein zu einem Exoten-Dasein entwickeln: zurück zu 2008, 2009, 2010… doch diesmal OHNE Aussicht auf eine positive Entwicklung.

Trotzdem gibt es Hoffnungen… einmal auf erfolgreiche Klagen. Dazu habe ich schon alles geschrieben, was man bei derzeitigem Stand sagen kann… kurz zusammengefasst: vergesst es!

Eine weitere Hoffnung ist, dass die Steuer wieder rückgängig gemacht werden wird, sobald eine neue Regierung an der Macht ist… in wenigen Wochen.

Na ja… die Hoffnung stirbt zuletzt…

Was ist denn zu erwarten? Derzeit sieht es doch sehr nach einem Kanzler Scholz (SPD) aus… also nach genau dem „König von Deutschland“, der die Steuer in dieser Form durchgeboxt hat. Wie kommt man da auf die Idee, er würde die Uhr zurückdrehen? Außerdem ist es eine absolute Seltenheit, wenn der Staat eine beschlossene Steuer wieder zurücknimmt. Allein von dieser Sicht aus, ist es naiv davon auszugehen, dass „alles wieder gut wird“.

Sollte, entgegen des derzeitigen Trends, trotzdem „Tante Armin“ Kanzler:*_InXXX werden, ist die Hoffnung aber nicht größer, denn auf die kommende Regierung warten Probleme ganz anderer Dimension auf Lösungen… da steht das E-Dampfen mit der Steuer auf den allerletzten Plätzen der ToDo-Liste.

Wacht endlich auf: Der Zug ist abgefahren!

Nun kann sich der „Bunkerer“ und „Alt-Dampfer“ zurücklehnen oder sich Gedanken über Wege machen, die jetzt abgehängten Neueinsteiger und aufhörwilligen Raucher irgendwie zu unterstützen. Bin gespannt, ob und WER sich auf diesen Weg begibt. 😉

Aufgeschnappt

Themen aus der Dampferszene… aufgeschnappt und kommentiert.

2 Replies to “Aufgeschnappt: Steuerhoffnungen”

  1. Aufgeschnappt: Steuerhoffnungen????

    „….Eine weitere Hoffnung ist, dass die Steuer wieder rückgängig gemacht werden wird, sobald eine neue Regierung an der Macht ist… in wenigen Wochen….“

    Keine Sorge, Dummbatz Michl mit der Rosaroten Brille aus D wird wie all die Jahre zuvor, wieder sein Kreuzchen an der Stelle machen, wie all die Jahre zuvor.

    Meine Prognose?: Es wird sich nichts, aber auch gar nichts ändern! Und das in vielerlei Hinsicht.

    Viele Grüße
    Bombus

  2. Sorry für die folgenden zum Teil doch schlimmen OffTopics 🙂

    Vorhin hatte ich überlegt, ob, und falls ja, wann es jemals eine Steuer gegeben hat, die zurückgenommen wurde. Wir bezahlen heute noch die Schaumweinsteuer, die 1902 zur Unterstützung der kaiserlichen Kriegsflotte eingeführt worden war. Ohne Kaiser und ohne Kriegsflotte denkt trotzdem keiner daran, sie eventuell mal zurückzunehmen. Ebenfalls den Soli nicht, der laut Kanzler Kohl nur für wenige Jahre des Wiederaufbaus erhoben werden sollte (er war ursprünglich nur für ein Jahr Dauer vorgesehen). Im Gegenteil, mit der CO2-Steuer hat sich die EU und Deutschland ein wunderbares Instrument erschaffen, nach oben hin offene Zusatzeinnahmen zu generieren. Was ich sagen möchte, es wird nie ein Weniger geben, sondern stets ein Mehr.

    Dem E-Dampfen wird wahrscheinlich genau das geschehen, was Daniel befürchtet, nämlich die Entwicklung zu einem Nischen- oder Exotendasein. Selbst alle Shops zusammengenommen sind keine wirtschaftliche Macht. Wenn selbst die Auto-Industrie vor dem Zeitgeist einbricht und das Ende des Verbrennungsmotors ankündigt (also sich des eigenen Herzen entledigt), dann sehen wir damit in die Glaskugel auch des Dampfens. Nicht allein der Aspekt der Steuer ist hier wichtig, die gesellschaftliche Ausgrenzung der Dampfer im Zuge eines bis in die privaten Bereiche vordringenden Gesundheitsstaats ist bereits im vollen Gange: zuerst die Gleichsetzung mit dem Rauchen, danach die Verbannung aus dem öffentlichen Raum und am Ende wird jeder zweite Dampfer von sich aus aufhören, da er nicht gelernt hat, gesellschaftlichem Druck zu widerstehen. Wer dann am Ende noch übrig bleibt, kann sich zurecht als ein Dampf-Exot bezeichnen.

    Nun, was würde benötigt werden, um das Wesentliche des E-Dampfens zu retten? Zuerst einmal brauchtꞌs zukünftig mutige Foren, die keine Angst davor haben, illegale Bezugsquellen insbesondere des wichtigsten Stoffes, des Nikotins, zu nennen. Ein solches Forum wäre halt nicht in Deutschland ansässig und wäre dadurch vor Strafverfolgung geschützt. Dasselbe gilt für Hardware. Des Weiteren sollten dem Liquid- und Aromenmarkt sowie jenem, der immer neuen Geräte, weniger Beachtung zukommen und vielmehr dem Bereich des Do-It-Your-Self besprochen und erklärt werden. Ja, das wäre ein Zurück zu den Anfängen, doch Neueinsteiger oder Umsteiger werden davon nicht mehr abgeschreckt oder überfordert als es bei der gigantischen Vielfalt heute bereits der Fall ist. Zumindest ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass selbst ohne irgendein Forum, ohne Shops und ohne Bekannte in der realen Welt allein die Videos von Philgod mein Interesse und das vieler anderer auch am Dampfen geweckt hatten und sie mir das technisch wesentliche Wissen beibrachten. So irre kompliziert ist diese Materie dann auch nicht. Aber man sieht daran, dass ein einziger Schweizer YouTube-Kanal für den deutschsprachigen Raum so wichtig war, wie heute ein Dutzend Foren, in denen es nur um Kommerz, Gruppenbildung, Ausgrenzung Andersdenkender und dem üblichen Forenkram geht. Ich behaupte, dass eine gut strukturierte Webseite mit vielen Tutorials für Neu-Dampfer erfolgversprechender ist als alles, was wir heute kennen.

    Wie und womit die Restdampfer der Zukunft dem Gesundheits-Bild in der Öffentlichkeit begegnen sollen, dazu müsste man sich mal gemeinsam so seine Gedanken machen. Momentan wüsste ich auch nichts, denn einerseits wirken Provokationen oft gegenteilig als gewünscht, andererseits sind wir nicht in der Position, den Lifestyle einer Gesellschaft zu beeinflussen. Gesundheitliche Aufklärung stößt ebenfalls in einer Welt des Glaubens rasch an seine Grenzen, was wir im Bereich Corona und den politischen Maßnahmen gegenwärtig fast lehrbuchhaft vor Augen geführt bekommen.

    Sogar im schlimmsten annehmbaren Fall zukünftiger Verbote wäre das Back-To-The-Roots also ein schwieriges Thema. Wenn der Bereich E-Dampfen nicht mehr wächst und niemand daran verdienen kann, interessiert das Dampfen auch nicht mehr die fähigen Leute mit den großartigen Ideen. Die Konzentration und Vermittlung des Wesentlichen würde den technischen Stand des Heute einfrieren oder die Entwicklungen zumindest deutlich verlangsamen. Doch selbst falls es langsamer wird mit der Verbreitung, verschwinden wird das Dampfen sicher nicht mehr – doch noch ein Aspekt für die Zukunft: es rauchen immer weniger Menschen (der Umstieg zum Dampfen kompensiert diese Zahl nicht), da aber Dampfer zum weit überwiegenden Teil ehemalige Raucher sind, wird allein der demografische Wandel zum Beinahe-Aussterben des Dampfens führen.

    Letzte Bemerkung: Ich befürchte, dass ehemalige Dampfer in einer zukünftigen Gesundheitsdiktatur unsere ärgsten Gegner sein werden.

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