Langlebige Hardware – IV – Taifun’se

Neben dem FeV sind zwei SmokerStore Taifun-Varianten meine Favoriten, was langlebige Selbstwickelverdampfer (SWVD) anbelangt.

Als erstes möchte ich den Taifun GSL nennen. Der ist leider nicht mehr in den Shops erhältlich, aber auf dem Gebrauchtmarkt noch zu bekommen. Im Auslieferungszustand kommt er mit Glastank und Tankshield aus Edelstahl daher, es gab (und gibt auch noch im Handel) eine Tankhülse komplett aus Edelstahl.

Dass mir der GSL zusagt, hat einen ganz einfachen Grund: Es handelt sich um einen Verdampfer im FeV-Stil.

Das Funktionsprinzip ist ausgesprochen ähnlich. In der zusammengebauten Verdampferkammer befinden sich zwei Öffnungen für Edelstahlsieb-Röllchen oder PTFE-Dochtröhrchen. Diese Dochte liegen satt auf der Watte auf, welche durch die Wicklung geführt ist. Es gibt aber auch ein paar deutliche Unterschiede. Einmal liegen die Dochte nicht unmittelbar über den Polschrauben auf, sondern 90° seitlich davon verdreht. Die Watte-Enden, die man länger lassen muss, werden in zwei kleinen gefrästen „Wannen“ verstaut… und genau auf diesen kleinen Watte-„Bergen“ bekommen die Dochte den Kontakt zum Trägermaterial. Das hat zwei Vorteile. Einmal verhindert diese Positionierung einen versehentlichen Kontakt z.B. der ESS-Dochte mit dem Pluspol, was zu einem Kurzschluss führen kann… und letzteres — gerade wenn man mechanisch ungeregelt dampft — zum Akku-Tod. Und zweitens entsteht hier ein kleines Liquid-Depot innerhalb der Verdampferkammer… fast wie bei einem Tröpfler. Das macht den Nachfluss zuverlässiger.

Was die Zuluft anbelangt, wird hier eine völlig andere Philosophie verfolgt. Der GSL hat eine Airflowcontrol ganz unten am Deck. Die Luft strömt von hier durch den Sockel die Wicklung von unten an. Außerdem verfügt er über eine zweite Airflow-Einrichtung (natürlich auch verstellbar), welche das Wickeldeck unmittelbar mit Zuluft versorgt. Das allerdings bauartbedingt nicht seitlich auf die Wicklung treffend, sondern von den Polschrauben aus. Es ist also eine Art „ungerichteter Nebenluft“, welche direkt um die Wicklung strömt.

Die Kombination aus beiden Zuluft-Quellen ermöglicht nicht nur einen guten RDL-Zugwiderstand, sondern hat auch Einfluss auf Dampfentwicklung und Geschmack. Hier gibt es viel Spielraum, um zu experimentieren, bis man die optimale Einstellung erreicht hat.

Ein weiterer Unterschied ist, dass die Verdampferkammer auf das Deck geschraubt wird, anstatt gesteckt wie beim FeV. Damit die Dochte nun aber ganz sicher an den korrekten Positionen landen, ist der Oberseite der Kammer als steckbarer Deckel ausgeführt. Die beiden Dochtbohrungen kann man so genau richtig ausrichten. Gehalten wird der Deckel (für meinen Geschmack auch nach langer Nutzung immer noch gefühlt zu stramm) von einem O-Ring.

Der GSL besteht aus mehr Einzelteilen als ein FeV… trotzdem sind es noch nicht zu viele und auch er ist ziemlich unkaputtbar.

Wer einen FeV wickeln kann, der kann auch einen GSL wickeln. Man muss nur darauf achten, dass ausreichend Watte in den Ausfräsungen landet… nicht zu viel, was den Nachfluss behindern könnte, und nicht zu wenig, damit die Dochte das Liquid nicht ungehindert in die Verdampferkammer fließen lassen.

Befüllt wird er, wie auch der FeV– über Kopf in den Abgeschraubten Tank.

Der GSL bietet einen guten Geschmack, ist einfach zu handhaben und ebenfalls sehr robust aufgrund der Materialien und der Materialstärke. Mit der Edelstahl-Tankhülse besteht auch keine Bruchgefahr. Schade, dass dieser „fevoide“ Selbstwickler vom Markt genommen wurde.

Allerdings gibt es einen sehr würdigen Nachfolger… den Taifun GT IV. Den reihe ich uneingeschränkt in die Liga der langlebigen Verdampfer ein, obwohl er einen Glastank und leider keinen Vollstahl-Tank bietet (nicht einmal optional). Allerdings ist das Tankshield in der ursprünglichen (ersten) Version so ausgeführt, dass es kaum möglich ist, ihn durch unmittelbare Krafteinwirkung (Schläge/Stöße unmittelbar auf den Glaskörper) zu beschädigen. Trotzdem ist er vor Beschädigungen nicht komplett gefeit (ich spreche aus leidiger Erfahrung… er ist mir einmal ganz locker mit dem AT auf dem Holztisch umgekippt… und der Tank erlitt einen Spannungsriss… er ist aber noch dicht).

Der Taifun GT IV hat ein anderes Funktionsprinzip. Er arbeitet nicht mit separaten Dochten für die Liquidzufuhr.

Die Verdampferkammer-Glocke ist fest mit dem im Tank installierten Chimney verbunden. Die Verdampferkammer selbst verfügt über zwei „Fensterchen“, durch welche das Liquid in die Kammer gelangen kann. Die Watte wird in dahinterliegende Aussparungen gelegt und verschließt das jeweilige Fenster, nimmt das Liquid auf und transportiert es zur Wicklung. Die Größe der Fenster ist über einen drehbaren Ring verstell- und sogar komplett verschließbar. Nennt sich Liquidcontrol. Ist ein hochtrabender Name… in der Realität funktioniert sie eher „binär“. Entweder, sie ist zum Dampfbetrieb komplett geöffnet (eine teilweise Öffnung kann eigentlich nur bei sehr geringen Leistungen funktionieren) oder komplett geschlossen, um den Tank nachzufüllen. Der Tank des GT IV wird nämlich von oben befüllt. Dazu lässt sich der Deckel des Tanks abschrauben. Damit das Liquid nicht ungebremst in die Verdampferkammer (und darüber dann aus der Airflow) läuft, muss die Liquidcontrol vor dem Öffnen des Tankdeckels komplett geschlossen werden.

Die Zuluft gelangt über zwei Schlitze im Sockel, welche mit einem verstellbaren Ring einstellbar sind, von schräg unten an die Wicklung geführt.

Er ist geschmacklich in der absoluten Oberklasse anzusiedeln. Das Wickeln ist keine Geheimwissenschaft. Es kommt nur darauf an, die richtige Menge Watte für sich herauszufinden, so dass die Zuflussfenster ausreichend genug verschlossen werden, aber eben nicht so stramm, dass der Nachfluss behindert wird. Schneidet man beim Bewatten die Enden so ab, dass sie seitlich einen guten Zentimeter über den Sockel hinausreichen und legt diese dann in die Kammern, funktioniert es eigentlich zuverlässig. Die Watte muss die Fensterchen komplett abdecken… aber nicht zu fest gegen die Öffnungen drücken.

Beide Taifune sind ausgesprochen robust. Sie lassen sich kaum beschädigen.

Leider gibt es für den GT IV keine Tankhülse, die komplett aus Stahl besteht. Aaaaber… da kann man was machen (dazu später in dieser Serie mehr).

Beide Selbstwickler sind auf jeden Fall langlebige Geräte, die einem für sehr lange Zeit Sicherheit bieten.

2 Replies to “Langlebige Hardware – IV – Taifun’se”

  1. Sehr schön und ausführlich beschrieben PepeCyB. Der Taifun GT IV hat schon was, aber mit 150,- € nicht gerade günstig. Ich habe schon einiges über diesen Verdampfer gelesen und Videos gesehen. Ein paar Dinge stören mich: Die Coil Fixierung scheint mir schon etwas frickelig zu sein. Für einen so hochpreisigen Verdampfer erwartet man da schon etwas mehr an Bedienerfreundlichkeit. Bei einfachdrähten wie Edelstahl und Kanthaldraht mag das gerade noch so akzeptabel sein, aber z.b. bei Parallel Coils dürfte das nervig sein….

    Die Watteverlegung hat auch so ihre Tücken was ich bis jetzt so über diesen Verdampfer gelesen habe. Von „sifft“ bis „zickig“ war da alles dabei. Und zu guter letzt wäre ein Ersatzglas für so ein teures Teil schon angebracht, das es mitgeliefert wird. So ein Glas ist ein „Cent“ Artikel. Wird aber als Ersatzglas mit überteuerten, um die 12,-€ verkauft. Es gibt einige Verdampfer in der Preisklasse um die 50,-€ wo ein Ersatzglas beiliegt.

    Ich weiß, Jammern auf hohem Niveau. 😉 Dann doch eher nen FEV…..

    Danke für den Bericht

    Bombus

    1. Also die Coil-Fixierung ist völlig unproblematisch… noch wesentlich einfacher als beim FeV. Was die Watte anbelangt… das ist ein Lernprozess, der nach kurzer Zeit abgeschlossen ist. Weiß man einmal, wie die Watte optimal platziert wird, geht das blind von der Hand.

      Ja… ein Ersatzglas wäre echt schön gewesen… aber ich lasse mir bei Gelegenheit eh einen Ersatz aus Edelstahl drehen… dann ist mir das egal (und ist hier im Land günstiger als eine original Ersatzglas… wenn man weiß wo).

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