Wir müssen echt aufpassen!

Tabakschadensminimierung (Tobacco Harmreduction / THR) ist derzeit in aller Munde. Und ich bin auch ein Befürworter dieser Idee… ganz klar. Über die ExRaucher-IG, die ihrerseits Teil der ETHRA (European Tobacco Harm Reduction Advocates) ist bin ich auch eine THR Advokat. Aus Überzeugung. Mit Schwerpunkt E-Dampfen (mobile Liquidzerstäuber). Nach meiner Überzeugung ist das E-Dampfen überdies die beste Möglichkeit für einen Rauchstopp. Gleichzeitig ist es ein Genussmittel, das einem den Konsum von Nikotin auf unschädliche Art ermöglicht.

Allerdings müssen wir aufpassen und genau darauf achten, was denn mit THR gemeint ist, wenn darüber berichtet, philosophiert oder gar dafür geworben wird. Es gibt nämlich nicht wenige, die ganz anderes im Schilde führen, wenn sie sich für die THR stark machen… denn sie verstehen THR anders…

Doch zunächst einmal: Was ist Harmreduction (Schadensminimierung)?

Harmreduction stellt ein Konzept dar, das die Abnahme der mit einem Substanzkonsum verbundenen Risiken und Gesundheitsgefährdungen zum Ziel hat. Unter den Begriff Schadensminimierung fallen Maßnahmen, die diese Risiken senken, ohne dass sie unmittelbar oder unbedingt zur Substanzfreiheit beitragen müssen.

Vorrangiges Ziel der verschiedenen Maßnahmen zur Schadensminimierung ist die wirksame Reduzierung von Gesundheitsrisiken infolge von Substanzkonsum, ohne dass hiermit Forderungen, wie z. B. Substanzfreiheit oder die Inanspruchnahme weiterer Maßnahmen, verbunden werden.

Quelle: Caritas Suchthilfe e.V. – Hervorhebungen durch mich

Auch wenn die Abstinenz vom Drogenkonsum für einige Drogenkonsumenten das Ziel sein mag, ist dies eine individuelle Entscheidung und sollte nicht aufgezwungen oder als einzige Option angesehen werden.

Quelle: Harm Reduction International – Hervorhebungen durch mich

Wichtig in dem Zusammenhang ist die Verringerung des Schadens, ohne dass der Substanzkonsum aufgegeben werden muss. Es geht darum, auf eine Form den Substanzkonsums zu wechseln, bei welcher die schädlichen Wirkungen bestmöglich reduziert sind.

Viele (also die Mehrheit) derer, die aufs Dampfen umgestiegen sind, taten dies, um das Tabakrauchen aufgeben zu können (neben dem Argument, dabei auch noch Kosten zu sparen). Oft spukte die Idee in den Köpfen, das Nikotin möglichst rasch zu reduzieren und das Dampfen letztlich auch aufzugeben.

Die Realität hingegen war, dass der Umstieg zu einem Rauchstopp führte, der Substanzkonsum als Konsum eines Genussmittels aber letztlich beibehalten wurde. Daran ist auch nicht schlimm und es ist absolut nicht verwerflich. Die schädlichen Auswirkung des Tabakrauchens wurden beseitigt.

Wie gesagt gibt es aber auch Protagonisten, die mit THR etwas ganz anderes meinen… schaut man sich z.B. die Zusammenfassung der „4. Konferenz zur E-Zigarette“ in, die von Prof. H. Stöver durchgeführt wurde, so stößt man in dem Text auf etliche Stellen, die ganz deutlich machen, was er und seine Mitstreiter unter THR bzw. als Ziel der THR betrachten:

Zwar besitzt die E‑Zigarette auch ein gewisses Schadenspotenzial, insbesondere dann, wenn der Nikotinkonsum unnötig verlängert wird.

Neben Maßnahmen wie Kurzberatung, Verhaltenstherapie, verschreibungspflichtigen Medikamenten oder Telefonberatung ist auch eine Vielzahl von verschiedenen Nikotinersatzpräparaten, sogenannte Nikotinersatztherapien (NET), länger auf dem deutschen Markt erhältlich. In der wissenschaftlichen Praxis wird akzeptiert, dass die Nikotinquelle Tabakzigarette zeitlich befristet durch eine weniger schädliche Nikotinquelle wie Pflaster oder Kaugummis ersetzt wird.

Um einen langfristig erfolgreichen Rauchstopp zu erreichen, erscheint es jedoch sinnvoll, in einem ersten Schritt die bisherige Nikotinquelle (in den meisten Fällen die Tabakzigarette) durch eine weniger schädliche Quelle (z. B. E‑Zigarette) zu ersetzen, anstatt eine unmittelbare Tabak- und Nikotinabstinenz anzustreben.

Grundsätzlich kann auch die E‑Zigarette auf diese Art und Weise funktionieren: Sie ersetzt die schädliche Nikotinaufnahme in Form der Tabakzigarette durch eine weniger schädliche Nikotinquelle. Auch sie könnte in einem klar definierten Zeitraum und innerhalb eines fest definierten Verfahrens eingesetzt werden.

Auch die Rituale des Rauchens können bei weniger Schadstoffaufnahme in Teilen übernommen werden. Dies wird allerdings auch teilweise kritisch gesehen, da durch die ähnliche Haptik eine vollständige Nikotinentwöhnung schwieriger werden könnte. Es besteht die Befürchtung, dass der Nikotinkonsum nur reduziert, aber nicht komplett aufgegeben wird.

Neben dem weiteren Konsum von Nikotin wird auch die fortgesetzte Schadstoffexposition in Form von Aerosolen kritisch gesehen.

Die Ergebnisse werden jedoch dahin gehend von der Fachwelt kritisch eingeordnet, dass etwa 80 % der Personen, die mithilfe der E‑Zigarette den Tabakkonsum aufgegeben hatten, auch nach einem Jahr noch E‑Zigaretten konsumierten und somit keine vollständige Nikotinabstinenz erreicht wurde.

Quelle: Diversifizierung der Rauchentwöhnungsprogramme – die Rolle der E-Zigarette – Hervorhebungen durch mich

Und? Begriffen? Es geht ihm letztlich um die Nikotinentwöhnung! Das ist das oberste Ziel. Wir sollen nicht nur das Tabakrauchen aufgeben, wir sollen auch den Nikotinkonsum beenden und das Inhalieren von Aerosolen. Das E-Dampfen als Genussmittelkonsum kommt in seiner Gedankenwelt nicht vor. Das soll nicht sein. Wir sollen alle völlig abstinent werden.

Das ist auch der Grund, weshalb die Wirksamkeit des E-Dampfens als Hilfsmittel zur Raucherentwöhnung in Frage gestellt wird. Die meisten Dampfer bleiben nämlich nach dem Rauchstopp beim Dampfen und dem Nikotinkonsum. Wie schrecklich! Dann hilft das ja gar nicht.

Wenn also irgendwo von THR gesprochen wird, schaut ganz genau hin, lest auch zwischen den Zeilen und guckt, WER sich da äußert.

Ach ja… und vergesst nicht, immer auch darauf hinzuweisen, dass es sich um ein Genussmittel handelt!

6 Replies to “Wir müssen echt aufpassen!”

  1. In einer durchschnittlichen Tabakzigarette sind zwischen 8-12mg Nikotin enthalten, von denen etwa 3mg beim Rauchen einer Zigarette tatsächlich aufgenommen werden.
    https://www.innocigs.com/blog/nikotinstaerke-liquid-wieviel-nikotin-dampfen/

    40 Jahre habe ich geraucht, Täglich eine Schachtel + 5-10 mehr am Tag, je nach Situation (Stress und so weiter). Somit hat mein Körper also mit jeder Schachtel Zigaretten etwa 60mg Nikotin aufgenommen. Beim Umstieg auf die E-Dampfe war ich am Anfang bei 6mg auf 100ml Base. Jetzt bin ich bei 1-2mg auf 100ml Base. Ich habe also reduziert was das Nikotin anbelangt. Ja, ich sehe das E-Dampfen als Genussmittel an. Jetzt stellt sich mir allerdings die Frage, bin ich jetzt an einem Punkt angelangt, wo ich gänzlich auf`s Nikotin verzichten kann/könnte?…

    Es gab mal einen selbst versuch von Prof. Dr. Bernd Mayer in dem er, ich glaube es waren zwei oder drei Wochen ganz auf`s Nikotin verzichtete. Ich weiß nur nicht mehr wo ich das einst gelesen hatte. Nach seiner Aussage ist dies kein Problem und es habe auch keine Anzeichen dafür gegeben, das er es unbedingt brauchte, also quasi keine Entzugs Erscheinungen. Also, ist man jetzt an einem Punkt, wo man doch durchaus sagen kann/könnte: Umsteigen auf die E-Dampfe = JA!, dann das Nikotin reduzieren, sukzessive um am Schluss ohne Nikotin zu dampfen um sagen zu können: Jepp, das E-Dampfen ist jetzt ein zu 100% reines Genussmittel, auch ohne das Nikotin?

    Alles nur blanke Theorie oder steckt in meiner Aussage ein Fünkchen Wahrheit drin. Das beschäftigt mich zur Zeit am meisten. Andererseits, warum tun sich so viele damit schwer, das Nikotin zu reduzieren, oder gar auf „Null“ zu kommen. E-Dampf Konsumenten, die schon Jahrelang dampfen und immer noch 3, 6, oder gar noch höhere Nikotin Mengen in ihren Liquides haben. Ließt man ja auch immer wieder in einschlägigen Foren.

    Da habe ich wohl den richtigen Schritt gemacht, als ich vor vier Jahren beschloss mit dem Tabak rauchen aufzuhören. Da war ein Knackpunkt, der Tabakzigarette endgültig den Rücken zu kehren. Das inhalieren von Base (VG/PG), gemischt mit 1-3% Aroma und 1-2mg Nikotin auf 100ml, ist für mich mittlerweile definitiv ein Genussmittel. Am Anfang stand erst mal der Aspekt: weg vom Tabakdreck, das war das wichtigste überhaupt. Ein 100% Genussmittel erst dann wenn kein Nikotin mehr an Bord ist?? Mein Ziel ist auf Null zu kommen mit dem Nikotin. Ich werde das demnächst mal ausgiebig für mich testen…

    Geht es wirklich nur um „Nikotinentwöhnung“? Abstinent werden? Hmmm, da gäbe es auch noch einiges andere was uns definitiv nicht gut tut…. E-Dampf Konsum als Hilfsmittel zur Raucherentwöhnung wird auch weiterhin in Frage gestellt werden, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Ich schrieb es schon mal an anderer Stelle. Die E-Dampfe wird niemals als probates Mittel anerkannt werden, um mit dem Tabakzigarettendreck aufzuhören. Jeder kann/könnte es, es ist möglich!! Nur, man muss es auch wollen. Das natürlich ab nächstes Jahr Juni 2022 sich einiges ändert mit der neuen Märchensteuer von Olaf, damit hat man ein weiteres Manko, Menschen von der E-Dampfe zu überzeugen. Das so etwas kommen würde war mir 2019 schon klar, aber nicht in dem kranken Ausmaß wie es beschlossen wurde…

    Und wenn jemand so wie ich nach dem 100% Rauchstopp beim E-Dampfen bleibt und es als „Genussmittel“ ansieht, dann ist das 100mal besser als zu >>RAUCHEN<< Ich dampfe gern, weil es mir gut tut, weil es mir schmeckt und sich vieles Gesundheitlich verbessert hat. Bombus

    1. Das eine schließt das andere nicht aus.

      Es scheint tatsächlich so, dass es eine große Menge Dampfer gibt, die auf das Nikotin ohne (bösen) Entzug verzichten können. Was dann aber fehlt ist oft der Throathit. Und es gibt auch welche, bei denen das Belshnungsgefühl durch Nikotin so prägnant ist, dass sie nicht ohne weiteres auf Nikotin verzichten können.

      Die Frage ist aber gar nicht unbedingt, ob man das kann, sondern ob man das will/möchte und was dagegen spricht (nach meinem Dafürhalten nix). Ich habe keine Probleme mit Nikotinverzicht. Aber ohne TH hätte ich weitaus weniger Freude am Dampfen. Ich hab das während meines Koffein-Experiments ja durchexerziert. Das fehlende Nikotin hat mir keinerlei Probleme bereitet… und den TH hatte ich durch das Koffein.

      Trotzdem dampfe ich jetzt wieder mit Nikotin (überwiegend), weil ich die positiven Wirkungen schätze und genieße. Ich habe das Dampfen aber nicht begonnen, um irgendwann ode gar bald das Nikotin auszuschleichen. Das wollte ich von Anfang an haben (ich hatte mich ne ganze Zeit vorher informiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass es mir nicht schadet, dafür aber positiv wirkt).
      Aber wer wirklich entwöhnen möchte, der soll das halt tun… es geht. Das ist aber nicht die Grundfunktion des Dampfens… es ist ein Nebeneffekt, den man mitnehmen kann, wenn man es unbedingt will. Grundsätzlich ist es halt ein Genussmittel zum Nikotinkonsum ohne schädliche Nebenwirkungen.

  2. Genussmittel. Eben, so ist es und mehr braucht man dazu eigentlich nicht zu sagen. Weshalb Herr Stöver von Anfang an in Dampfkreisen gehypt wurde und noch wird, war mir immer schon ein wenig suspekt. Er hat seit Jahren das E-Dampfen lediglich als Mittel zum Zweck hervorgehoben, zum Zweck, vollkommener Abstinenz. Das ist sein Ziel. Mit Genuss hat es leider nichts zu tun.

    @Bombus Ging mir genauso: Zuerst mit 24er angefangen, rasch auf 18er und 12er reduziert. Dann erst kamen Dampfen auf dem Markt, die effizienter waren, die Watte als Liquid-Träger benutzten und mit denen man pro Zug wesentlich mehr Liquid konsumieren konnte, was wiederum mit einer Reduzierung des Nikotins einherging und problemlos zu 6er und 3er Beigaben führte. An dieser Stelle meldete sich mein Sportsgeist und ich reduzierte weiter: 1er und gar ½ mg/ml. Es funktionierte. Dann auf null. Auch das klappte. Parallel wurde aber die Dampfmenge und die Leistung gesteigert. Am Ende stand irgendwann der Zeus bei rund 40 bis 60 Watt mit Mesh-Coils und einem Liquidverbrauch, bei dem ich durchs Tankglas von Zug zu Zug die Verringerung des Füllstandes sehen konnte. Mit großen ungläubigen Augen natürlich. Naja, an diesem Punkt hätte ich sagen können, das Ziel sei erreicht, doch es geschah etwas Überraschendes. Nicht der Wille zum Genuss hielt mich vom Einmotten der E-Dampfen ab, sondern mein Körper vertrug diese gigantische Menge Dampf nicht mehr. Durch die Poren der Haut schwitzte ich sogar das VG aus und der Körper weigerte sich, diese Menge als Genuss anzuerkennen – sprich, ich hatte keine Lust mehr zu dampfen. Nein, falsch ausgedrückt, denn die Lust war schon noch da, ich sehnte mich nur nach dem Dampfen, mit dem ich begonnen hatte. MTDL. Dauernucklen über den Tag verteilt. Psycho-Schnullerersatz. Das also veränderte nach 8 Jahren erneut mein Dampfverhalten und nun dampfe ich seit zwei Jahren im Haus wieder wie früher und nur bei Aufenthalt im Freien DL mit mehr Dampf. MTL bzw. MTDL funktioniert (bei mir) leider nicht ohne Nikotin. Da die Technik (besonders durch die Watte) aber effizienter geworden ist, genügen mir heute bei 8 bis 10 Watt MTDL 9 bis 12 mg/ml Nikotin (je nach Gerät) – also nicht mehr 18er oder 24er. Bei dem (verhältnismäßig) wenigen Dampf aber auch nicht 3er oder 6er.

    Wieder gibtꞌs eine Parallele zum Kaffee-Genuss: Hat sich der Körper morgens an einen Koffein-Schub gewöhnt, kannst du entweder über Stunden verteilt viele Becher normaler Kaffeestärke trinken oder ein, zwei Mini-Tässchen Espresso am Morgen. Identische Wirkung, der Kreislauf gerät in Schwung, und der Tag wird zum Freund. Entkoffeinierten Kaffee habe ich ausprobiert, ging fast ein Jahr lang gut, bis dass ich am Ende Lust bekam, schwarzen Tee (Earl Grey)zu trinken. Also hinterfragte ich diesem Ansinnen des „Inneren Ichs“ und trank außer Haus mal eine frisch gebrühte Tasse echten Bohnenkaffee (im Rheinland heißt das ein „lecker Tässchen Kaffee“, alles andere wird als Muckefuck bezeichnet), und es war um mich geschehen. So genüsslich und lecker war das! Kaffee ganz ohne Koffein funktioniert also auch nur für eine gewisse kurze Zeit. Zum Genuss ist Koffein unerlässlich, die Methoden des Genusses sind aber verschiedenartig. Dasselbe ist m.E. auch beim Nikotin der Fall.

    Das hat bis hierher noch gar keinen gesundheitlichen Aspekt. Da Nikotin genau wie Koffein in Maßen (nach individueller Richtschnur) nicht nur unschädlich ist, sondern sogar bekömmlich, substituiere ich gewissermaßen den fehlenden ungeliebten Sport mit Nikotin und Koffein – Obacht: das ist ein Scherz (aber mit wahrem Kern) 😉

    Zurück zu ollem Stöver: Man sollte seine Worte kritisch hinterfragen, wie in diesem Artikel geschehen. Wertfrei sachlich, genau wie hier gemacht, dann sprechen seine Worte deutlich für sich. Stöver war nie ein Dampfer-Freund und ist meines Wissens auch nicht als ein Genussmensch bekannt. Er ist als Puffer zu den Nikotin-Hassern nützlich. Ein Leben nach seinen Vorstellungen wäre allerdings fad und langweilig. Der Verdurstende mag ein Glas Wasser genießen, die zivilisatorische Kultur und die Cleverness des menschlichen Geistes hat aber eine Menge echter kulinarischer Genüsse parat. Essen, trinken, atmen, ficken, spielen, lesen, hören, anschauen – all das, was mit den Sinnen zu tun hat, kann nicht abstinent bestehen.

  3. „Parallel wurde aber die Dampfmenge und die Leistung gesteigert.“

    Ja, Monomond, Und genau das befürchte ich bei mir. Ich Dampfe zu 80% DTL und der wenige Rest eben 20% MTL. Dabei bin ich beim DTL in einem Bereich von etwa 28-36 Watt, je nach Verdampfer und Coil. MTL sind es etwa 15-18 Watt. Das reicht mir voll und ganz. Für guten Geschmack brauche ich keine 50 Watt und mehr.

    Und die momentanen 1-2mg Nikotin pro 100ml selbst gemischtem Liquide empfinde ich als angenehm, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Hmmmm, ja so ganz auf das Nikotin verzichten, könnte sich als „falsch“ herausstellen. In Anbetracht des: kein Nikotin mehr = ständiges verlangen, mehr dampfen und dann kommt man womöglich in die Bredouille….

    „Ich werde das demnächst mal ausgiebig für mich testen“……

    Muss ja nicht gleich und sofort sein….. 😉

  4. Einerseits: nach meiner Wahrnehmung gibt es tatsächlich nicht wenige, die über den Umstieg auf „E-Zigaretten“ letztlich vollständig aus dem Nikotinkonsum aussteigen. Vielleicht nicht unbedingt nach einem Jahr sondern erst nach zwei, fünf oder zehn Jahren. Nun gut, wenn es denn das Ziel ist … es ist ja durchaus fraglich, ob sie es ohne die „E-Zigarette“ überhaupt „geschafft“ hätten.

    Andererseits: mir konnte noch niemand schlüssig erklären, warum ich überhaupt mit dem Nikotinkonsum aufhören sollte. Vom Nikotin selbst gehen kaum Gesundheitsrisiken aus. Jedenfalls nicht mehr, als von anderen allgemein akzeptierten und alltäglich konsumierten Stoffen oder Verhaltensweisen. Warum sollte ich es nicht nehmen, wenn ich mich damit wohler fühle als ohne? Angeblich sei ja genau das „wohler fühlen“ nur ein Anzeichen der „Sucht“, die ich ja unbedingt loswerden müsse. Aber warum, wenn es mir nicht schadet? Ich mach so vieles, weil ich mich damit wohler fühle. Bin ich jetzt nach all diesen Dingen nur süchtig?…

    1. Der Dranh, das Dampfen oder den Nikotinkonsum aufzugeben (der meist vor und zu Beginn des Umstiegs vorherrscht) resultiert aus jahrzehntelanger Falschinformation. Viele Raucher meinen auch heute noch, dass auch das Nikotin an den todbringenden Erkrankungen schuld sei. Und viele können sich nicht wirklich vorstellen, dass man Nikotin auch genussvoll ohne Rauch konsumieren kann.

      Andererseits: mir konnte noch niemand schlüssig erklären, warum ich überhaupt mit dem Nikotinkonsum aufhören sollte.

      Mir hat das auch noch keiner erklären können. Ich bin inzwischen sicher, dass das keine kann, weil es tatsächlich keinen Grund dafür gibt, weshalb man unbedingt auf Nikotin verzichten müsste.
      „Sucht“ oder „Abhängigkeit“ sind falsche Begriffe für den freiwilligen Nikotinkonsum (weil er positive Wirkungen hat)… ebenso wie die Begriffe auch für den Konsum anderer Stoffe (Koffein, Kakao etc.) nicht passt. „Sucht“ und „Abhängigkeit“ wurden inzwischen ja auch durch den Begriff „Gebrauch“ abgelöst, wobei das Dampfen, also der rauchlose Nikotinkonsum, allerhöchstens in die Schublade „unerlaubter Gebrauch“ fallen dürfte (weil es gesellschaftlich so gesehen wird). Eine Abhängigkeit wird über den unwiderstehlichen Zwang zum Substanzkonsum definiert… und dieser Zwang scheint bei der Mehrzahl der rauchlosen Nikotinkonsumenten nicht vorhanden zu sein. Also: einfach keinen Kopp machen… wir sind keine Drogenabhängigen. Das Gegenteil zu behaupten ist nicht seriös. 😉

      Aber selbst eine Abhängigkeit, die keinerlei negative Folgen hat, ist an sich gar kein Problem und bedarf keiner kritischen Bewertung.

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