Was mit Aufpassen gemeint war…

DIE Kernsätze eines älteren, aber heute wieder hochaktuellen Artikels von Lilith, sind:

Dampfen ist kein Rauchentwöhnungsmittel. Dampfen ist ein Genussmittel, dass aufgrund der Verwendungsart die Tabakzigarette für Raucher überflüssig macht. Sie bietet einen höheren Genussfaktor bei geringeren Risiken.

Quelle: Lilith’s Kitchen

In meinen Augen ist dieser Artikel ist das BESTE, was ich je von ihr gelesen habe (was die Qualität aller anderen Artikel von ihr aber nicht schmälern soll)!

Diese Aussage, aber auch alle anderen Aussagen des Artikels sind heute noch wichtiger, als sie es damals, zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels waren.

Zurzeit gibt es — nach meiner Auffassung — eine gefährliche Tendenz, das Dampfen als Raucherentwöhnungsmittel, als Therapiemittel, quasi als Medizinprodukt einzuordnen. Das greift auch und gerade bei den medizinischen Fachverbänden um sich. Die öffnen sich ganz langsam und behutsam (damit wir es nicht merken) dem Dampfen als NET/NRT. Ich bin SICHER, dabei geht es ihnen in der Gesamtheit NICHT darum, das E-Dampfen zu normalisieren und nicht weiter zu verteufeln. Und es geht auch nicht darum, das Dampfen als Genussmittelkonsum zu akzeptieren. Bei ihnen ist immer (manchmal gut versteckt, manchmal zwischen den Zeilen) klar: Das Dampfen ist nur ein Weg zur kompletten Nikotin- und Inhalationsabstinenz.

Perfide… aber — davon bin ich überzeugt — da steckt ein Plan dahinter! Man scheint erkannt zu haben, dass das Dampfen funktioniert. Wie kann man nun diesen Claim doch noch für sich abstecken, nachdem es im Jahr 2013 (in ihren Augen) leider gescheitert ist?

Im Juli war es im TPD2-Entwurf noch als Präsentationsarzneimittel drin: „Hardware ist zwar kein Arzneimittel, wohl aber ein Produkt, dass dazu bestimmt ist, ein Arzneimittel nach § 2 I AMG zu verabreichen (§ 2 III MPG).“

Auch durch erfolgreiche Lobby-Arbeit — insbesondere durch Konsumentenvertretungen, Konsumentengruppen und einzelne Konsumenten aus der ganzen EU — konnte das vermieden werden. Der Passus wurde Anfang Oktober 2013 aus dem TPD2-Entwurf gestrichen.

Schließlich brachte ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Deutschland im November 2014 (Az.: 3 C 25.13) diesbezüglich endgültige Klarheit und wurde u. a. mit EUGH-Entscheidungen begründet.

Damit war die Sache erstmal vom Tisch… auch auf EU-Ebene.

Die Entscheidung, dass Verdampfer/Liquids kein Präsentations- und auch kein Funktionsarzneimittel sind, gründete sich auf einem taktischen Fehler der Pharma-Lobbyisten. Sie verhinderten nämlich, die Wirksamkeit des Dampfens zur Rauchentwöhnung anerkennen zu lassen. Und wenn es dazu nicht geeignet ist, dann ist es kein Medizinprodukt oder Arzneimittel. Klassisches Eigentor… fein ins eigene Knie geschossen… „sie können sich als gefickt betrachten“! 😀

Doch die Tendenz, die derzeit erkennbar ist… nämlich vorsichtig und bedächtig die Dampferei als doch wirksames Entwöhnungsmittel anzuerkennen, könnte diesen Status Quo ändern (und mich beschleicht das Gefühl, das ist so beabsichtigt). Sie eröffnen damit die Möglichkeit, das Dampfen auch als Arzneimittel einstufen zu können. Ein Blick in das „Schöneres Tabaksteuergesetz“ (Grüße an Franzi Giffey 😉 ), das schnöde TabStModG heißt, bringt da ein wenig Klarheit:

„(2c) Substitute für Tabakwaren im Sinne dieses Gesetzes sind andere Erzeugnisse als nach den Absätzen 2b und 8, die zum Konsum eines mittels eines Geräts erzeugten Aerosols oder Dampfes geeignet sind. Ausgenommen sind Erzeugnisse, die ausschließlich medizinischen Zwecken dienen und Arzneimittel im Sinne des Arzneimittelgesetzes sind.“

Wenn ein Liquid als Arzneimittel in der Apotheke verkauft werden würde, wäre es steuerfrei! Prima Sache… damit müssten sie das Dampfen nicht generell zum Arzneimittel machen und könnten den freien Handel als Nicht-Medizinprodukt weiter erlauben… DEN aber dann mit Steuern… das wäre ein Ding, wenn Liquids in der Apotheke plötzlich billiger wären, als im Dampfshop. Wo würden die Leite wohl ihren Stoff kaufen?

Und dann wird das vielleicht (wahrscheinlich) ganz bald auch noch von der Krankenkasse bezahlt… denn es gibt einen Änderungsantrag für das Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG).

Das Dampfen als Genussmittel totzuregulieren unter gleichzeitiger Aufnahme als Arzneimittel ist ein prima Plan. Und die vermeintliche „Einsicht“ vieler Mediziner, die jetzt um sich greift (und immer mit der Tendenz das Dampfen als NET zu betrachten) deutet klar darauf hin.

Leider fallen große Teile der Szene auf die Einflüsterungen der Schlangenzungen (jetzt ein Gruß an Herrn Tolkien) herein. Sie feiern die vermeintliche „Einsicht“ und meinen, die Mediziner hätten endlich begriffen. Und wenn jemand (wie ich, aber auch andere) darauf hinweist, dann wird er teilweise als „Miesmacher“ und „Schwarzseher“ bezeichnet, der an allem etwas auszusetzen hat.

Und DESHALB ist es wichtig, die Kernaussage aus Liliths Artikel ganz prominent herumzuzeigen!

Diese gefährlichen Tendenzen nicht zu übersehen und sich öffentlich dagegen zu stellen war bei meinem kürzlich erschienenen Artikel „Wir müssen echt aufpassen!“ mit „aufpassen müssen“ gemeint. Musste ich jetzt hier nochmal klarstellen, weil es einige aus der Blase (in den Asozialen Netzwerken) bewusst oder unbewusst falsch verstanden haben.

One Reply to “Was mit Aufpassen gemeint war…”

  1. Ich zitiere mich mal selber aus meiner Story von Exraucher.org >> https://exraucher.org/2021/08/31/meine-story-wie-ich-zum-e-dampfen-kam-165/

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    „Es wurde von Woche zu Woche weniger Zigaretten. Waren es zu beginn mit der E-Dampfe noch 20 Zigaretten pro Tag, habe ich alle paar Tage die Zigaretten langsam reduziert. Zum Schluss hatte ich nur noch Morgens, Mittags und Abends eine Zigarette geraucht. Ich merkte das die Zigarette am Abend so gar nicht mehr schmeckte (schmecken denn Zigaretten überhaupt?) Aus heutiger Sicht? NEIN! Also ließ ich die am Abend auch noch weg und griff statt dessen zu meiner Pico. Ja, ich genoss es sogar richtig, draußen zu sitzen und den Duft von leckerer Melone, oder Apfel aufzunehmen. Das Nikotin hatte ich bereits auf 4 mg reduziert, da 6 mg für ein DTL-Gerät zu viel waren. Eine zweite Pico hatte ich während dessen im Internet bestellt, zugleich auch noch ein externes Ladegerät und Akkus (18650er) Es kam was ins rollen, da ich merkte das ich auf einem guten Weg bin das Tabak rauchen gänzlich zu lassen.

    Ein paar weitere Tage später ließ ich auch die Zigarette am Mittag weg und wiederum ein paar Tage später war es dann soweit. Früh nach dem Aufstehen und nach dem Frühstück eine Zigarette angezündet, zweimal gezogen und gleich wieder ausgemacht. Ich holte meine Pico und genoss es. War das der entscheidende Moment? Ich denke ja. Diese ganze Prozedur dauert in etwa 7 Wochen.“
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    Genuss pur wenn ich an meiner E-Dampfe ziehe? >>Definitiv<<

    Mit dem rauchen aufgehört zu haben, gehört für mich zu einer der besten Entscheidungen die ich bis jetzt in meinem Leben getroffen habe. Wenn ich früher schon fast Panik hatte bei dem Gedanken, ja nicht die Dreckskippen zu vergessen mitzunehmen wenn ich außer Haus ging, bin ich heute und seit dem ich dampfe Tiefen entspannt. Ich habe zwar immer eine E-Dampfe dabei habe aber kein Problem auch mal ein paar Stunden nicht zu dampfen. Gerade bei einem längeren Spaziergang habe ich schon oft bemerkt, das ich gar nicht an der Dampfe ziehe. Weil ich wieder all die guten Gerüche wahrnehme die mir bei einem Waldspaziergang widerfahren.

    Und:
    "Dampfen ist harmlos und wir können es beweisen!"

    Ja, ich kann es beweisen und ja auch aus meiner Sicht ist es harmlos…. 😉

    Bombus

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