Dummheit? Berechnung? Äste und Sägen!

So, so… da liegen also alle diejenigen, die Disposables kritisieren völlig daneben. Die Einweg-Filzer sind nämlich in Wirklichkeit ein Segen. Die holen nämlich die Raucher ab… und die gehen dann ins Fachgeschäft, lassen sich ausführlich beraten und kaufen sicherlich ganz bald nachhaltigere Geräte… ja… klar… und die Erde ist ne Scheibe!

Bis auf die Sache mit der „Scheibe“ sind das im Kern die Dahlmann’schen (BfTG, IEVA, Innocigs, Netfire) Aussagen, die er gerade aktuell rausgehauen hat.

Vor ein paar Wochen hatte ich im Team Nebelkrähe/ExRaucher mal nachgefragt, wie sich eigentlich das BfTG zu Disposables positioniert. Von den meisten Organisationen und sonstigen Protagonisten gibt es da recht einhellige Statements – contra Disposables. Nahezu alle haben die Gefahr, die von diesen Produkten und dem noch immer zunehmenden Hype darum ausgehen, erkannt und warnen eindringlich davor, auf diesen Zug aufzuspringen.

Selbst der VdEH zeigt sich kritisch in Hinblick auf diese Entwicklung (auf der InterTabac 2022 wollen sie ihren in Bezug auf Disposables aktualisierten Faktenreport vorstellen… mal schauen, wie der ausfällt… wir dürfen gespannt sein).

Vom BfTG gab es bis jetzt nur das „Schweigen im Walde“. Nüscht. Absolut nüscht.

Aber nur die meisten äußern sich kritisch, wie sich nun zeigt. Dustin D. feiert, dass der Umsatz bei Vaping-Produkten nun endlich wieder anstiege. Dies sei vor allem den Disposables zu verdanken.

Ein Grund für das Umsatzwachstum ist der Erfolg der neuen Produktkategorie der Einweg-E-Zigaretten.

Quelle: BfTG

Und den Vorteil dessen nennt er auch gleich:

Mit diesem Produkt werden Raucher großflächig außerhalb des Fachhandels erreicht. Wir verzeichnen einen großen Erfolg bei Rauchern, die sich mit der E-Zigarette bisher nicht auseinandergesetzt haben.

Quelle: BfTG

Satte 40 % am Gesamtumsatz würden nun durch Disposables bestritten. Begeistert wird vermeldet, dass sich die Zahl der „Verkaufsstellen, die E-Zigaretten anbieten“ vervielfacht habe.

Ja klar… der zählt jetzt jeden Kiosk, jede Tankstelle, jeden Späti etc. quasi als Dampf-Shop mit, denn da wird der Ramsch überwiegend verkloppt.

Und dann kommt der Hammer:

Das kommt auch dem traditionellen Fachhandel zugute, denn Konsumenten wechseln häufig nach einiger Zeit auf wiederbefüllbare Systeme.

Quelle: BfTG

…und wir wären auch wieder bei der Flachwelt… der Erde als Scheibe.

Das glaubt er doch selbst hoffentlich nicht wirklich! Der Kram wird massenhaft verkloppt. Außerhalb des Fachhandels. Überwiegend an Raucher, die das mal ausprobieren wollen oder die solche Dinger zur Umgehung von Rauchverboten einsetzen und ansonsten fleißig weiter quarzen. Und „vorallemer“ auch an Jugendliche. Mag ja sein, dass (ich wünsche mir einfach, dass es so ist) sich der Fachhandel überwiegend an die Bestimmung des Jugendschutzes hält. Aber außerhalb dieser wirklich kleinen Branche schert sich da kaum einer drum. Das Zeug landet in den gesetzlich nicht erlaubten Händen und Lungen… und schließlich landet es auf der Straße, in den Grünanlagen und ein paar sogar im Hausmüll.

Und damit bestätigt sich, was die ANTZ, die fanatischen Gegner des Dampfens über viele Jahre als erstunkene und erlogene Behauptungen über das Dampfen rausgehauen haben, nun endlich und liefert ihnen DAS Argument gegen das Dampfen. Jetzt sind Regulierungen denkbar und durch diese Entwicklung auch durchsetzbar, die viele vor gar nicht allzu langer Zeit als Verschwörungstheorien oder Schwarzmalerei bezeichnet haben.

Die Aromen (also fertig aromatisierte Liquids UND spezielle Dampfaromen) werden als nächstes über die Klinge springen. In den Niederlanden versuchen sie gerade, einen Meilenstein zu setzen, indem sie ein paar Hand voll Aromabestandteile (alle nur für Tabakgeschmack) als einzig zugelassene Zusatzstoffe festlegen wollen. Das haben sie auch fein bei der EU eingereicht und wollen sich da dort bestätigen lassen. Klasse Steilvorlage für die Entwicklung der TPD3.

Und da stellt sich nun dieser Typ hin und feiert diesen Dreck als die Rettung für die Branche. Dazu fällt mir nichts mehr ein. So blöd kann man doch nicht sein. Und ich schätze, so blöd sind die vom „Bündnis“ auch nicht. Die wollen jetzt noch mitnehmen, was geht, bevor die Branche durch Steuern und Regulierungen zerstört wird. Dann muss halt die Kohle woanders generiert werden. Hmmm… keine Ahnung… vielleicht mit „sehr speziellen Dating-Portalen“ vielleicht… mit irgendwelchen Onlineshops für alles außer Dampfkram? Oder womit auch immer. Gibt ja tausen Möglichkeiten… Die D’s. sind recht umtriebig. Unkraut vergeht nicht.

In mir löst das nur einen Brechreiz aus… und es macht mich unglaublich traurig, dass das Dampfen auch noch unter Mithilfe eines Branchenverbandes in den Abgrund gestürzt wird.

Aber sägt mal schön weiter an dem Ast, auf dem Ihr sitzt, liebe Branchenvertreter. Die kleinen und mittleren Unternehmen verschwinden dann… die gehen kaputt und viele werden mit einem Haufen Schulden da sitzen und überlegen müssen, womit sie künftig ihren Lebensunterhalt bestreiten. Und solche wie die D’s lachen sich ins Fäustchen und haben ihre Griffel schon längs wieder in anderen kurzlebigen Geschäften drin.

Bah… das widert mich an!

5 Replies to “Dummheit? Berechnung? Äste und Sägen!”

  1. Schwieriges Thema. Man möchte fast keine Meinung haben. Und genau daran hakt die Debatte auch.
    Wegwerf-Vapes haben natürlich ihren Nutzen. Gerade für ältere Raucher mit Muskel- und Gelenkschwächen sind das mitunter die einzigen Optionen, wenn Pod-Systeme schon zu umständlich sind.

    Das Problem ist ja auch nicht die Existenz von Disposables, sondern die Prävalenz. Bin mir nicht sicher ob das wirklich Vorsatz war, aber die Schwarzmarkteffekte kommen den ANTZ natürlich mehr als gelegen. Mit der offenkundigen Umweltverschmutzung haben sie endlich mal ein glaubhaftes Argument.

    Und wenn unsere Händlerverbände aus kurzfristiger Gewinngier die komplette Technologie versenken (etwaige Verbote werden garantiert nicht auf Wegwerf-Schrott beschränkt) ist schon mehr als dummbrotig. Ich bin aber auch der Meinung da hat die Dampfergemeinde insgesamt versagt. Disposables sind auch eine Fortsetzung der fehlenden Standardisierung bei Pod-Systemen. (Wie zuvor schon der Wildwuchs bei inkompatiblen Fertigcoil-Formaten.)

  2. Mich kotzt das auch an.
    Leider habe ich aber keine Lösung und sehe auch keine.
    Und Danke für deine klaren Worte, die ich so voll unterschreibe.

  3. Ich bin ja eine der lauten Stimmen dagegen:

    Das sind imho Gewinnmitnahmen.

    Man spekuliert auf Distri-Seite drauf, bis zum Aromenverbot an Einwegmüll mehr zu verdienen, wie aktuell die Firma wert ist.
    Leider wird das bei so manchem aufgehen.

    Der Endkundenhändler fällt dabei jetzt schon eigentlich hinten runter. Hat im Frühjahr eine Elfbar 600 (Beispiel) im EK 3€ gekostet bei 8,90€ UVP ist der Ek des Händlers jetzt um 50% auf 4,5€ gestiegen und die UVP nur um 1€ hoch.

    Der Schwarzmarkt liegt übrigens primär daran, was für legale Ware verlangt wird. In UK bekommen ich eine Elfbar 600 als Endkunde für 3 Pfund. Oder 8 Geekbars für 20 Pfund. Die haben zwar auch einen Schwarzmarkt aber der ist viel kleiner wie hier … und viel weniger lohnend.

  4. „ Und den Vorteil dessen nennt er auch gleich:

    Mit diesem Produkt werden Raucher großflächig außerhalb des Fachhandels erreicht. Wir verzeichnen einen großen Erfolg bei Rauchern, die sich mit der E-Zigarette bisher nicht auseinandergesetzt haben.“

    Ist doch klar wie Hühnerbrühe….
    Disposables, Disposables, Disposables….. Einen Erfolg bei Rauchern verzeichnen? Halt ich für absoluten Unsinn. Zeigen Neueste Studien nämlich das die Zahl der Raucher wieder steigt und nicht rückläufig ist.

    https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/zahl-der-raucher-in-deutschland-waehrend-der-corona-pandemie-gestiegen-18070477.html

    https://www.lebensmittelzeitung.net/politik/nachrichten/analyse-zum-weltrauchertag-die-zahl-der-raucher-in-deutschland-steigt-weiter-165448?crefresh=1

    „ Und dann kommt der Hammer:
    Das kommt auch dem traditionellen Fachhandel zugute, denn Konsumenten wechseln häufig nach einiger Zeit auf befüllbare Systeme.“

    Jo, wer‘s glaubt kommt auch in den Himmel.
    Offene, wieder befüllbare Verdampfer, egal welcher Art, haben keine allzu große Zukunft mehr.

    Mag sein, das manche gerne noch einen Hoffnungsschimmer am Horizont sehen mögen. Ich für meinen Teil glaube das nicht mehr.

    Ich schließe mein Statement zu deinem sehr guten Bericht, PepeCyB ebenfalls mit den Worten:

    „ Bah… das widert mich alles nur noch an!

    Bombus

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